2-Wege-Unimog als Rangierer

Artikel vom 12. April 2021
Fahr- und Oberleitungsbau

Abschleppdienst: Viele Verkehrsbetriebe nutzen den Unimog auch als Zugfahrzeuge in Notfällen.

Für den Einsatz auf Schiene und Straße wird der Unimog genutzt als Rangierfahrzeug, in der Schienen- und Oberleitungswartung sowie bei Arbeiten auf und an den Strecken. Zu den Kunden zählen Eisenbahnunternehmen, Industriebetriebe mit Gleisanschluss, städtische Verkehrsbetriebe wie Straßenbahnen sowie auch Dienstleister für Gleisbau und Streckenunterhaltung. Über eine Kombination aus Wandlerschaltkupplung und hydrostatischem Fahrantrieb ist ein Unimog-Rangierfahrzeug sowohl zum Ziehen hoher Lasten bis 1000 t als auch für Zusatzanwendungen wie z. B. dem Betrieb mit einer Schneefräse optimal ausgerüstet.

Alternative zur Rangierlokomotive

Darüber hinaus kann das Zwei-Wege-Fahrzeug über eine Vielzahl von Systemlösungen sowie An- und Aufbauten eine breites Anwendungsspektrum auf der Schiene abdecken. Der Unimog bietet sich auch z. B. zum Rangieren als kostengünstige Alternative zu einer in die Jahre gekommenen Rangierlokomotive an. Wesentliche Vorteile sind dabei der niedrige Kraftstoffverbrauch, die Umweltfreundlichkeit durch Erfüllung der Abgasnorm Euro-VI für Nutzfahrzeuge sowie günstige Betriebskosten – durch Service und Wartung über das Netz der Unimog Fachwerkstätten.  Aufgrund der hohen Zugkräfte des Unimog zählen sowohl das Abschleppen einer liegen gebliebenen Straßenbahn als auch notwendige Rangierarbeiten im Depot ebenfalls zum Einsatzspektrum eines Unimog.

Neu verfügbar ist nun die Kombination von Wandlerschaltkupplung und hydrostatischem Antrieb ab Werk. Zum bewährten 2-Wege-Konzept des Unimog zählen der serienmäßige Allradantrieb mit Längssperre sowie separate Differenzialsperren in Vorder- und Hinterachse, die Singlebereifung und die Wandlerschaltkupplung für das Ziehen hoher Anhängelasten. Das Getriebe mit acht Vorwärts- und acht Rückwärtsgängen ermöglicht Geschwindigkeiten auf der Schiene bis zu 50 km/h in beide Richtungen. Mit »EasyDrive« ausgerüstet lassen sich die Arbeitsgeschwindigkeiten stufenlos von 0,1 bis 50 km/h einstellen. Zudem ist ein einfacher Wechsel zwischen hydrostatischem Fahrantrieb und mechanischem Getriebe während der Fahrt möglich.

Beeindrucken kann auch die Umweltverträglichkeit sowie die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs. Im Fokus stand dabei die Antriebstechnologie mit dem 5,1 l Diesel-Vierzylindermotor »OM 934 LA Euro VI« mit 170 kW (231 PS). Diese wartungsarme und durchzugstarke Mercedes-Benz-Motorengeneration ermöglicht hohe Einsparpotenziale beim Kraftstoffverbrauch, speziell im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Rangierlokomotiven. Dass der Unimog in 2-Wege-Version serienmäßig mit Spezialreifen und -felgen für den Betrieb auf Normalspur und Breitspur (1435 mm – 1676 mm) ausgerüstet ist, sorgte ebenfalls für Punkte. Weitere Vorteile dieser Unimog-Variante: schnelles Auf- und Abgleisen mit hydraulischer Dreh- und Aushebevorrichtung möglich, Fahrgeschwindigkeiten auf der Schiene bis zu 50 km/h – vorwärts und rückwärts – und auf der Straße bis zu 90 km/h.

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