Maximal 24 Stehplätze

Artikel vom 17. Oktober 2020
E-Busse

Scania Citywide BEV, batterieelektrischer Solobus (Bild: Scania).

Linienbusse zählen für Scania Deutschland nicht unbedingt zum Kerngeschäft. Nur verschwindend wenige Scania-Linienbusse fanden bislang einen deutschen Käufer. Das Busprogramm von Scania Omni umfasste die Modelle OmniCity, OmniLink und OmniLine. Die Omni-Baureihen wurden ab dem 4. Quartal 2012 durch die neuen Plattform Citywide abgelöst. Vorgestellt wurde das neue Baureihenprogramm Citywide auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover im September 2012. Citywide umfasst Niederflur- (low floor) und Semi-Niederflur-Busse (low entry/LE). Sie sind im Niederflurbereich mit 10,9 m, 12,0 m Länge als Solobusse erhältlich. Darüber hinaus gibt es eine Gelenkversion mit 18,1 m Länge. Die Low-Entry-Versionen kommen in den Längenvarianten 12,0 m, 12,7 m, 13,7 m, 14,6 m und 14,8 m als Solobusse. In Euronorm VI sind bereits die Dieselmotoren in den Leistungsvarianten 184 kW (250 PS), 206 kW (280 PS), 235 kW (320 PS) und 265 kW (360 PS) erhältlich. Mit Gasmotor nach Euro-VI-Norm gibt es die Leistungsstufen 206 kW (280 PS) und 250 kW (340 PS). Für den Betrieb mit Ethanol oder Biodiesel gibt es lediglich die 206 kW(280 PS)-Version. Der von Scania vor einigen Jahren vorgestellte Scania Irizar i4 wird in Deutschland für den Überlandbus- und Kombibus-Markt angeboten. Der Irizar i4 wird – je nach Fahrgastkomfort und Einsatzzweck – mit drei verschiedenen Bodenkonzepten offeriert. Es gibt ihn als niedrige Ausführung mit einem tiefer liegenden Mittelgang (Ausführung L), als mittelhohe Ausführung mit ebenem Boden (Ausführung M) oder als hohe Ausführung mit tiefer liegendem Mittelgang für maximale Gepäckraumkapazität (Ausführung H). Eine optionale breite hintere Tür oder eine Doppeltüre erleichtert den Zugang für Rollstuhlfahrer. Der Scania Irizar i4 ist als Zwei- und Dreiachser lieferbar; die dritte Achse ist als hydraulisch gelenkte Nachlaufachse ausgeführt. Die Gesamtlänge des Überland-Reisebusses variiert zwischen 10,7 und 15 m. Im Januar 2015 wurde ein Doppeldeckerlinienbus vom Typ Scania Citywide LFDD an die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ausgeliefert. Das zweiachsige Fahrzeug hat eine Länge von 10.940 mm, ist 2550 mm breit und 4060 mm hoch. Als Antriebsaggregat dient ein Cummins ISB 6,7 Euro-VI-Dieselmotor mit 206 kW (280 PS) Leistung. Geschaltet wird mit einem ZF-Ecolife-Automatikgetriebe. Der Bus hat ein Fassungsvermögen von 88 Fahrgästen. 45 Sitzplätze sind im Oberdeck zu finden und weitere 19 Sitzplätze im Unterdeck. Es gibt zwei Sondernutzungsflächen im Unterdeck wo zudem noch fünf Klappsitze zur Verfügung stehen. Der Ein- und Ausstieg erfolgt über zwei, zweiflügelige, Türen. Maximal 24 Personen können stehend befördert werden. Die Stehhöhe im Unterdeck beträgt 1950 mm. Eine großzügig und geradlinig ausgeführte Treppe mit neun Stufen führt in das Oberdeck. Als weitere Neuheit gibt es ein Glasdach im Frontbereich des Oberdecks. Mit diesem neuartigen Doppeldecker will die BVG zunächst mehrere Monate Erprobungen auf verschiedenen Linien durchführen, insbesondere im Hinblick auf Auswirkungen des neuen Innenraumkonzepts auf den Fahrgastfluss. Auch bei den Solobussen kann Scania mittlerweile Verkaufserfolge melden. So erhielten die Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis GmbH (KVS)im Dezember 2015 sieben Scania Citywide LE als 12-m-Solobusse. Ausgerüstet sind diese mit dem 9-l-Fünfzylinder-Euro-VI-Dieselmotor DC09 113 mit 206 kW (280 PS) Leistung. Auf der Busworld Europe 2017 stellte Scania den Citywide LF als vollelektrische Version mit Batterien als Energiespeicher vor. Mitte März 2018 wurden drei Exemplare dieser Vorserienversion an Östersund in Schweden geliefert. Drei weitere, derartige Busse, ergänzen seit Anfang 2019 die E-Busflotte. Die 12-Meter-Solobusse verfügen über ein Schnellladesystem mittels Pantographen. Zur Busworld 2019 wurde dann die Serienausführung des Scania Citywide BEV (Battery Electric Vehicle) vorgestellt. Als Antrieb dient ein 300 kW leistender Elektromotor. Das Fahrzeug ist mit insgesamt acht Batteriepaketen ausgestattet, wovon sich jeweils vier auf dem Fahrzeugdach bzw. im Heckbereich des Busses befinden. Nachgeladen kann sowohl mit einem auf dem Fahrzeugdach installierten Pantographen als auch mit einem invertierten Pantographen in einem Lademast. Ebenso ist eine Nachladung im Depot mit CCS-Steckerlösung (Wechselstrom) möglich. Die Depotnachlademöglichkeit ist serienmäßig vorhanden. Die Reichweite ohne Nachladung wird mit bis zu 150 km angegeben.

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