Gleisbaumaschinen

Artikel vom 30. Oktober 2020
Gleisbau

Wirtschaftlichkeit bleibt im mechanisierten Gleisbau das dominierende Ziel. Die Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und lebenslange Betreuung drängen aber immer stärker in den Arbeitsalltag. Wie man diesen Wandel proaktiv mitgestaltet, zeigt Plasser & Theurer.

Mit Maschinen, die alle wesentlichen Arbeitsvorgänge beim Bau und bei der Instandhaltung von Gleisen übernehmen, wurde Plasser & Theurer Technologieführer. Auf diese Stärke setzt man auch in Zukunft. Die erste Produktlinie umfasst Maschinen der Kategorie »Modular Customizing«, die auf Basis einer Plattformstrategie hergestellt werden. Am weitesten fortgeschritten zeigt sich diese Bauweise bei Hochleistungs-Stopfmaschinen: Vom Start weg werden hier 100 Konfigurationsmöglichkeiten geboten, um individuelle Anforderungen zu realisieren. Entscheidende Vorteile bringt das »Modular Customizing« beim Flottenmanagement, hier sorgt die Standardisierung für mehr Effizienz bei der Wartung und Ersatzteilbewirtschaftung, aber auch bei Schulungen und Zulassungen. Alle modularen Erweiterungen sind nämlich in technischer Ausführung und Qualität konform. Die zweite Produktlinie sind Maschinen im »Individual Design«. Diese werden hochgradig maßgeschneidert gebaut und stützen sich dabei stark auf die praktischen Erfahrungen der Kunden. Ein typisches Beispiel dafür ist die kürzlich ausgelieferte Hochleistungsmaschine RUS 1000 S. Dieser kombinierte Gleisumbau- und Schotterbettreinigungszug tauscht in nur einer Sperrpause Schwellen, Kleineisen und Schienen aus und reinigt gleichzeitig das Schotterbett. Durch den lagenweisen Schotteraufbau sowie das integrierte Stopfen und Verdichten kann das neue Gleis unmittelbar nach Beendigung der Arbeiten befahren werden. Ein ähnliches Aufgabenspektrum deckt die SVB 800 ME ab, die speziell für Einsätze in Frankreich konstruiert wurde. Die Betreiber von Gleisbaumaschinen müssen sich mehr denn je darauf verlassen können, dass die Maschinen zuverlässig zur Verfügung stehen. Für den Hersteller ergibt sich daraus die Forderung, die Angebote für die lebenslange Betreuung der Flotten zu optimieren.

 

Gemäß seinem Motto »Machine – Fleet – Infrastructure« erweitert der Komplettanbieter sein Leistungsangebot. Neben innovativen Technologien spielen dabei global durchdachte Services eine Schlüsselrolle (Bild: Plasser & Theurer).

Plasser & Theurer kann dafür auf ein seit Jahrzehnten gewachsenes, globales Service-Netzwerk aufbauen, das erst kürzlich neu organisiert wurde. Darüber hinaus ist Plasser & Theurer dabei, seine Dienstleistungen im Sinne der lebenslangen Betreuung maßgeblich zu erweitern – eine komplexe Aufgabe bei Maschinen, die über 30 Jahre im Einsatz stehen. Zwei neue Service-Angebote werden für Kunden dabei besonders interessant sein. Zum einen das Service-Paket VEDO, das alle Leistungen umfasst, um eine Maschine im Rahmen der ersten Hauptüberholung wieder in den Topzustand zu bringen. Zum anderen das Programm Retrofit, in dem 20 bis 30 Jahre alte Maschinen modernisiert werden, um weitere 10 bis 12 Jahre arbeiten zu können. Es sprechen zwei gewichtige Gründe für Retrofit: Die Maschinen sind schon nach 6 bis 8 Monaten wieder einsatzbereit. Und dies bei einem hervorragenden Kosten-Nutzen-Verhältnis. Um die Verfügbarkeit von Anfang an auf einem hohen Level zu halten, werden nun auch gezielt Wartungsverträge für einzelne Maschinen oder ganze Flotten angeboten. Ein neues globales Team beschäftigt sich mit der Konzeption weiterer Service-Leistungen für die lebenslange Betreuung von Maschinen. Bei Plasser & Theurer sieht man die Digitalisierung auch als Chance für die weitere Automatisierung von Maschinen. So hilft seit Neuestem das Weichenstopf-Assistenzsystem PlasserSmartTamping – The Assistant dem Bediener, die operativen Systeme der Maschine zu managen. Nicht minder spannend sind die Perspektiven, die sich daraus für den Bereich Infrastructure ergeben. Für diesen gibt es nämlich durchgehend digitalisierte Informationen von der Beauftragung bis zum Arbeitsnachweis. Parallel dazu arbeitet Plasser & Theurer auch an digitalen Tools zur vollständigen Erfassung des Fahrwegs. Als Entwicklungsplattform dient hier der EM100VT, der Messfahrten mit der 20-fachen Geschwindigkeit bisheriger Verfahren ermöglicht. Die so erfassten Daten bilden das Rückgrat eines zeitgemäßen Building Information Modeling (BIM), das die Planung, den Bau und Betrieb von Bauwerken beschleunigt, die Fehleranfälligkeit reduziert, Kosten transparenter macht und die Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligten fördert. Plasser & Theurer unterstreicht damit seinen Anspruch, das System Bahn auch bei Digitalisierung der Infrastruktur entscheidend zu unterstützen.

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