Gummieinlage als Schutz für Radfahrende

Artikel vom 23. Juni 2021
Gleisbau

Die Gummieinlage ist bündig zum Kopf der Rillenschiene und ermöglicht den Radfahrenden sogar ein Befahren der Schiene in Längsrichtung (Bild: Sealable Solutions).

Kein anderes Fahrzeug verzeichnet seit dem Corona-Jahr 2020 eine so rapide Nachfragesteigerung wie das Fahrrad. Der Mehrverkehr zieht indessen auch eine Zunahme an Unfällen nach sich, von denen ein erheblicher Anteil auf die Unerfahrenheit mit den schnellen E-Bikes entfällt. Im Unterschied dazu ist das Fahren mit der Trambahn sehr sicher. Dort, wo sich die beiden Fahrwege begegnen, droht jedoch eine altbekannte Gefahr: Steckenbleiben mit dem Velopneu in den Schienenrillen – meistens mit der Folge eines Sturzes und Verletzungen. Erfahrene Radler wissen, dass sie die Rillen niemals in einem spitzen Winkel kreuzen dürfen. Doch spätestens, wenn sie noch auf das sie umgebende Verkehrsgewühl achten müssen, sind auch sie nicht vor einem Sturz gefeit.

Mischbetrieb durch Gummiprofile ermöglichen

Eine Studie des universitären Notfallzentrums am Berner Inselspital zwischen 2012 und 2017 zeigt auf, dass mehr als 10 % aller Velo-Unfälle von der Tramschiene herrühren. Da liegt die Idee nahe, die Rillen mit einer Gummieinlage zu füllen. Das birgt in der Praxis hohe Anforderungen: Resistenz gegen das häufige Niederdrücken durch die Räder der Trams, Sicherung gegen das Herausgerissen werden aus den Schienen, Fernhalten von festen Partikeln, welche den Gummi durchscheuern, um nur einige zu erwähnen. Sealable Solutions hat hierfür Gummiprofile für die verschiedensten Schienenprofile entwickelt und sie weltumspannend patentieren lassen. Sie ermöglichen eine vollständig geschlossene Oberfläche. Das erlaubt nicht nur das Queren mit Fahrrädern, sondern auch das kontinuierliche Befahren. Somit kann eine Tram-Fahrbahn überall dort, wo ein Mischbetrieb möglich ist, problemlos auch für Radfahrende zugänglich gemacht werden. Vorgesehen ist auch ein Raum für Fremdkörper. Die Spurkränze der Tramräder drücken die Gummieinlage einfach nieder und für die anderen, schweren Pneufahrzeuge gibt es ohnehin kein Problem. Ein Wechsel des Gummis ist in weniger als zwei Stunden möglich. Ebenso stellt die Einlage für die üblichen Unterhaltsarbeiten kein Hindernis dar. Sealable geht von einer Lebensdauer von zwei Jahren beziehungsweise einer Million Tram-Überfahrten aus. Seit 2020 bewährt sich das System bei den Kölner Verkehrsbetrieben und auf einem Werkgleis eines großen Waschmittelproduzenten in Düsseldorf. Im Sommer 2021 wird das Produkt bei den Basler Verkehrsbetrieben für die Zulassung beim Bundesamt für Verkehr der Schweiz (BAV) erprobt.

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