Smarte Mobilität für Menschen mit Handicap

Artikel vom 22. Juni 2022
Elektronische Fahrgastinformationssysteme

Die »LOC.id« App fungiert praktisch als elektronischer »Blindenhund« für den Nutzer (Bild: RTB).

Sicherheit von Menschen im Straßenverkehr, dafür steht die Unternehmensgruppe RTB. Angefangen hat es mit der Entwicklung einer ersten Blinden-Akustik für Lichtzeichenanlagen im Jahr 1994, woraufhin bereits drei Jahre später die heute international bekannten Taster folgten. Bis heute ist stets der Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer im Focus des Unternehmens geblieben. Dazu zählen insbesondere blinde und sehbehinderte Menschen, die in ihrer Mobilität ganz besondere Herausforderungen zu meistern haben. Dabei geht es um völlig alltägliche Dinge: Wie finde ich den richtigen, sicheren Weg über die Straßenkreuzung? Wie erreiche ich meine Bus- oder Bahnhaltestelle? Wo genau muss ich einsteigen? Hinter welcher Tür im Verwaltungsgebäude finde ich den richtigen Ansprechpartner? Zahlreiche Hindernisse sorgen für Gefahren im Alltag, Baustellen auf Gehwegen beispielsweise. Aber auch die Veränderung in der modernen Mobilität und die Verkehrswende bringen einige neue Gefahrenquellen mit sich. So stellen E-Scooter ein ernst zu nehmendes Sicherheitsrisiko für Menschen dar, die in ihrer visuellen Wahrnehmung eingeschränkt sind.

Doch der digitale Fortschritt und die Entwicklung in Richtung Smart City eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Mehr als 80 % der Menschen mit Sehbehinderungen nutzen ein Smartphone und so lag es nahe, eine Lösung zu entwickeln, die genau dort ansetzt. Die Idee unter dem Namen »LOC.id« begann zunächst wieder an der Lichtzeichenanlage. Mittels der »LOC.id-App« auf dem Benutzerhandy wird dieser an der Lichtsignalanlage erkannt und die Lautstärke der Akustiken wird automatisch angehoben und das Freigabesignal angefordert, so dass ein sicheres Auffinden und Queren der Kreuzung möglich ist. Nun wurde die Technologie so weiterentwickelt, dass sie als App auf dem Handy der Benutzer eine Art »digitalen Blindenhund« darstellt. Sie sucht im jeweiligen Umfeld der Person nach anderen »LOC.id«-kompatiblen Apps oder Geräten und tritt über den Bluetooth-Standard in Kommunikation. Inzwischen ist unter Federführung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. ein Netzwerk für Barrierefreiheit entstanden, bei dem »LOC.id« den gemeinsamen Nenner darstellt und beispielsweise dafür sorgt, dass Busse und Bahnen »sprechen« und somit der Zugang deutlich vereinfacht wird. Auch, dass an Baustellen der Nutzer akustisch auf den richtigen Weg geführt wird; dass E-Scooter akustisch warnen, sobald sich ein »LOC.id«-Nutzer nähert und Aufzüge in öffentlichen Gebäuden sprachlich Hinweise geben.

Erste wichtige Schritte in Richtung Barrierefreiheit wurden damit schon gemacht. Diese gilt es konsequent zu verfolgen und auszubauen. Denn smarte Mobilität eröffnet neue Möglichkeiten der sicheren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, besonders für Menschen mit Handicap.

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