Vom Spezialisten bis zum »Alleskönner
Mini- und Midibusse
Nach dem Rückzug von Mercedes aus dem Segment kleiner Busse führt Tremonia die bekannten Sprinter-Minibusse in Eigenregie weiter. Das Dortmunder Unternehmen setzt dabei auf vielseitige Fahrzeugkonzepte für Linienverkehr, Shuttle-Dienste und barrierefreie Mobilität.

Tremonia »City 45« (RVK-Wagen 214) auf Bonner Stadtlinie (Bild. Christian Marquordt).
Im Jahr 2008 eröffnete Mercedes im ehemaligen Kässbohrer-Werk in Dortmund sein Minibus-Werk. Dessen Aufgabe war es, aus Transportern der Baureihe »Sprinter« aus Werk Düsseldorf echte Busse zu machen, die auch nach Bus und nicht nach Transporter aussehen (auch wenn der »Sprinter« natürlich erkennbar bleibt). Es gab vier Baureihen: Mobility (zum Beispiel für Behinderten-Transporte), City (kleine Linienbusse), Transfer (Kombis für Linie und Ausflug) und Travel (Reisebusse, durchaus auch luxuriös).
2021 beschloss man bei Daimler Buses, sich auf den Bau von Bussen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 8 t oder mehr zu konzentrieren. Die kleinen Sprinter-Busse aus Werk Dortmund blieben unter dieser Gewichtsklasse, und so verkaufte Daimler Buses sein Dortmunder Minibuswerk an die Münchner Aequita-Gruppe. Aequita gründete für das Minibuswerk die »Tremonia Mobility GmbH«, und die übernahm von Mercedes das Recht, die bisherigen Sprinter-Minibusse weiter zu bauen. Seit Sommer 2025 hat Tremonia einen neuen Eigentümer: die Frankfurter Resvion. (Anmerkung: Tremonia sei ein alter lateinischer Name für Dortmund.) Zum Programm im einzelnen:
Es gibt vier Baureihen: den »City electric«, den »Sprinter City«, den »Sprinter Mobility« (für Behinderten-Transporte) und den »Sprinter Transfer« (einen »Kombi« für Linie und Ausflug). Lieferbar sind sie in den Ausführungen »45« und »75«, wobei die Version »45« der kürzere und »75« der längere Wagen ist. »City electric« und »Sprinter City« sind speziell für Linienverkehr gedacht, sie haben eine doppelbreite Tür hinter der Vorder- und in der längeren Version »75« auch eine schmale Tür hinter der Hinterachse. Mit Wagen des Typs »City 75« bedient die Regionalverkehr Köln im Auftrag der Bonner SWB deren Stadtlinie 637 sowie die Nachbarortslinien 881 und 884.
Den »Sprinter Mobility« bezeichnet Tremonia als »Verwandlungskünstler« für Fahrgäste mit Handicap und fügt die Einsatzzwecke »Bürgerbus« und »Großraum-Taxi« hinzu. Er ist 6 m lang, bietet 7 Fahrgästen einen Sitzplatz und kann so konfiguriert werden, dass er (bis zu) vier Rollstühle mitnehmen kann.
Den Kombi »Sprinter Transfer« nennt Tremonia »den Alleskönner für Linien-, Shuttle-, Schulbus- oder Überlandverkehr.« Charakteristisch für den Transfer ist, dass bei ihm die originale Beifahrertür hinter der Vorderachse erhalten bleibt, die Fahrgäste betreten den Bus durch eine daran anschliessende Tür, an der es auch eine Schiebetrittstufe geben kann.


