Damit Fahrzeug und Leitstelle dieselbe Sprache sprechen

Artikel vom 21. Juni 2026
Betriebs- und Verkehrsmanagement

Echtzeitdaten werden für Verkehrsunternehmen immer wichtiger. Das österreichische Unternehmen TeleMatrik zeigt mit den Produkten »ActionMATRIK« und »BusMATRIK«, wie integrierte Systeme Abläufe beschleunigen und die Betriebsqualität verbessern.

Die modulare »MATRIK«-Plattform ist in mehr als 250 Verkehrsunternehmen und über 6500 Fahrzeugen in der DACH-Region im Einsatz (Bild: TeleMatrik).

Der Frühverkehr verzeiht keine langen Reaktionszeiten. Fällt ein Kurs aus, muss die Leitstelle binnen Sekunden entscheiden: Ersatzfahrzeug, Fahrgastinfo, Anschlusskoordination. Was dabei in vielen Betrieben noch immer fehlt ist die Datenbasis in Echtzeit.

Wie wichtig durchgängige Echtzeitdaten für den Betrieb geworden sind, zeigt ein Blick auf die VDV-Standards 453 und 454. Sie beschreiben den Austausch von Echtzeitinformationen für Anschlusssicherung, dynamische Fahrgastinformation, Fahrplanauskunft und die Visualisierung von Fahrzeugen im Leitsystem. In der Praxis arbeiten viele Leitstellen jedoch weiterhin mit getrennten Systemen für Fahrzeugortung, Disposition und Fahrgastinformation. Genau dort entsteht der Bruch, der im Störfall Zeit kostet.

Bordrechner als Datendrehscheibe

Moderne Bordrechner sind längst mehr als Fahrscheinautomaten. »BusMATRIK« von TeleMatrik etwa läuft auf einem Android-Tablet direkt an Bord und verbindet Ticketverkauf, GPS-Ortung, Fahrgastzählung und Kommunikation in einer Oberfläche. Die Fahrplanlage wird sekundengenau berechnet, Statusmeldungen gehen automatisch über Mobilfunk an die Zentrale, Diensthinweise erscheinen direkt auf dem Fahrerdisplay. »BusMATRIK« zeigt dem Fahrpersonal aktive Anschlussbeziehungen in Echtzeit, inklusive Zug- und Fremdanschlüssen über VDV 453.#

Ein Bordrechner soll die Arbeit erleichtern, nicht neue schaffen. »BusMATRIK« verbindet Tablet, Ticketverkauf und Echtzeit in einem System (Bild: TeleMatrik).

Die Leitstelle als ruhige Zentrale

Auf der anderen Seite dieser Datenleitungen steht die Leitzentrale. »ActionMATRIK« empfängt, bündelt und visualisiert: Alle Fahrzeugpositionen auf einer Karte, Fahrplanlagen farblich markiert, Anschlüsse auf einen Blick. Dispositionsentscheidungen, wie beispielsweise Kursausfall, Ersatzfahrt, Haltesperrung, sind per Mausklick ausführbar. Kommunikation mit dem Fahrpersonal läuft über Push-to-Talk, Textmeldung oder Direktanruf, alles dokumentiert und nachweisbar.

Betriebe, die auf diese integrierte Lösung umgestellt haben, berichten von bis zu 60 Prozent kürzeren Reaktionszeiten im Störfall, weil das Personal einfach früher weiß, was zu tun ist.

Kleiner Betrieb, große Wirkung

Gerade für kleine und mittlere Verkehrsunternehmen ist der integrierte Ansatz besonders relevant. Wo große Verkehrsbetriebe spezialisierte Teams für Disposition, IT und Reporting unterhalten, braucht ein mittelständischer Busbetrieb Lösungen, die ohne monatelange Schulung funktionieren und auch mit nur einem Disponenten in der Leitstelle verlässlich betrieben werden können.

Die offene Systemarchitektur mit standardisierten VDV-Schnittstellen stellt sicher, dass bestehende Systeme angebunden werden können und VDV-Daten für Aufgabenträger automatisch aus dem laufenden Betrieb entstehen ganz ohne manuelle Aufbereitung.

Ein großer Vorteil: keine ungeplanten Telefonate mehr. Wenn Fahrzeug und Leitstelle in Echtzeit kommunizieren, ist die Antwort oft schon da, bevor die Frage gestellt wird. Auch Fahrgäste profitieren: Wer rechtzeitig über Verspätungen, Anschlüsse oder Alternativen informiert wird, muss seltener nachfragen und hat weniger Grund zur Beschwerde.

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