Frankfurt Hauptbahnhof: Erste Shops in der B-Ebene eröffnet

Artikel vom 9. Juli 2026
Bauausführung

Am Frankfurter Hauptbahnhof sind erste Shopflächen in der neu gestalteten B-Ebene in Betrieb. Drees & Sommer begleitet den Umbau mit Objektüberwachung und Planprüfung. Mehr Licht, bessere Wegeführung und barrierefreie Zugänge sollen den Aufenthalt erleichtern.

Offene Ladenfassaden und ein modernes Beleuchtungskonzept verbessern die Orientierung und bringen mehr Helligkeit in die unterirdische Verteilerebene. (Bild: Schmidt & Pütz)

Am Frankfurter Hauptbahnhof schreitet die Sanierung der unterirdischen Verteilerebene voran. Seit dem 29. Mai ist der modernisierte Eingang am Kaisertor wieder geöffnet, am 25. Juni gingen die ersten Shopflächen in Betrieb. Damit werden Teile des Umbaus für Reisende und Besucher sichtbar: Offene Ladenfassaden, ein neues Beleuchtungskonzept und eine klarere Wegeführung sollen die Orientierung verbessern und mehr Helligkeit in die B-Ebene bringen.

Die Ebene verbindet Fern- und Regionalverkehr mit S-Bahn und U-Bahn. Täglich passieren bis zu 500.000 Menschen den Bahnhof. Im Rahmen des Masterplans Frankfurt Hauptbahnhof wird der Bereich seit 2021 kernsaniert. Insgesamt entstehen rund 30 neue Geschäfte auf 10.000 Quadratmetern Gewerbefläche. Bund, Bahninfrastrukturbetreiber und das Land Hessen investieren rund 375 Millionen Euro in die Verteilerebene.

Umbau der unterirdischen Verteilerebene

Die frühere Einkaufspassage wird vollständig entkernt, schadstoffsaniert und anschließend offener, heller und übersichtlicher neu aufgebaut. Neben neuen Shopflächen entstehen barrierefreie Zugänge und öffentliche Bereiche mit Laufwegen, Treppenabgängen, Förderanlagen und Treppenhäusern. Ein geschossübergreifender Lichthof soll künftig eine räumliche Mitte bilden und die Wegeführung zwischen Eingangshalle und B-Ebene unterstützen.

Der Umbau ist Teil eines größeren Programms: Am Frankfurter Hauptbahnhof laufen mehr als 20 Einzelprojekte, mit denen die Anlage schrittweise modernisiert wird. Die Arbeiten in der B-Ebene sollen voraussichtlich bis Spätsommer 2027 abgeschlossen sein. Der Masterplan läuft nach den vorliegenden Angaben bis 2035 weiter.

Sanierung bei laufendem Bahnbetrieb

Eine zentrale Herausforderung ist der laufende Betrieb. Die S- und U-Bahngleise bleiben während der Bauzeit aktiv. Drees & Sommer übernimmt seit 2021 die »Bauüberwachung« sowie die Prüfung der Werk- und Montagepläne. Dabei werden Ausführungsqualität, Termine und technische Vorgaben auf der Baustelle begleitet und mit den beteiligten Gewerken abgestimmt.

Die Bauarbeiten folgen einem festgelegten Ablauf. Zunächst werden Bestandsmedien freigeschaltet, danach folgen Schadstoffsanierung, Abbruch, Rohbau und Innenausbau. Zum Schluss wird die technische Ausstattung eingebaut. In den Untergeschossen entstehen unter anderem Lüftungszentralen, Elektrotechnikräume sowie Lager- und Aufenthaltsräume. Auch die Flächen des Ankermieters Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main werden nach diesem Schema saniert.

Vorbereitete Flächen für neue Mieter

Die künftigen Shopflächen erhalten eine technische Grundausstattung. Sie werden so vorbereitet, dass Mieter ihre Bereiche später ohne erneute Projekteingriffe ausbauen können. Ziel ist ein ausgebauter Rohbau mit Anschlüssen und Infrastruktur, der die spätere Nutzung der Ladenflächen erleichtert.

Mit dem wieder geöffneten Kaisertor und den ersten betriebenen Shops nimmt die neue Ladengalerie weiter Gestalt an. Gleichzeitig laufen die Arbeiten in den noch nicht fertiggestellten Bereichen weiter.

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