»AeroMetro«: urbane Seilbahn für den ÖPNV in Guatemala City
Bauausführung
Die Doppelmayr Gruppe baut mit »AeroMetro« ein urbanes Seilbahnsystem für Guatemala City und Mixco. Zwei Linien, 8,6 Kilometer Strecke, zwölf Stationen und 495 Kabinen sollen ab 2028 Pendelzeiten senken und den öffentlichen Verkehr elektrisch, barrierefrei und leistungsfähig ergänzen.

(Bild: Doppelmayr Seilbahnen GmbH)
Guatemala City plant mit »AeroMetro« ein urbanes Seilbahnsystem, das die Hauptstadt mit der Gemeinde Mixco im Nordwesten verbindet. Für die Umsetzung wurde die Doppelmayr Gruppe als Partner ausgewählt. Das Projekt soll den öffentlichen Verkehr in der Metropolregion erweitern und vor allem den täglichen Pendelverkehr zwischen dicht besiedelten Stadtteilen, wirtschaftlichen Zentren sowie Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen erleichtern.
Zwei Linien, zwölf Stationen
Das System besteht aus zwei Linien mit einer Gesamtlänge von 8,6 Kilometern. Linie 1 umfasst 2,1 Kilometer und vier Stationen, Linie 2 ist 6,5 Kilometer lang und bindet acht Stationen ein. Insgesamt sind 495 Kabinen vorgesehen: 135 auf der ersten und 360 auf der zweiten Linie. Jede Kabine bietet Platz für zwölf Fahrgäste. Die kuppelbaren Gondelbahnen sind auf eine Förderleistung von 5.500 Personen pro Stunde und Richtung je Linie ausgelegt. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt 6,5 Meter pro Sekunde.
Die Fertigstellung der beiden Linien ist für 2028 geplant. Vorgesehen ist ein Betrieb an 17 Stunden pro Tag und 360 Tagen im Jahr. Damit soll die Seilbahn als verlässlicher Bestandteil des städtischen Verkehrsangebots eingesetzt werden.
Weniger Fahrzeit und bessere Anbindung
Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Verkürzung der Reisezeiten im Berufsverkehr. Für Pendlerinnen und Pendler zwischen Mixco und Guatemala City sollen Fahrten, die in der Hauptverkehrszeit bisher bis zu zwei Stunden dauern können, auf rund 32 Minuten sinken. Das System wird barrierefrei ausgeführt und in den städtischen öffentlichen Verkehr integriert. Dazu gehört auch die Verknüpfung mit dem lokalen Bus-Rapid-Transit-System.
Die neue Verbindung erschließt Gebiete, die bislang nicht ausreichend an die klassische Verkehrsinfrastruktur angebunden waren. Sie verbessert die Erreichbarkeit stark frequentierter Einrichtungen, darunter ein Krankenhaus und der Flughafen. Durch die direkte Verbindung von Wohngebieten mit Arbeits-, Bildungs- und Versorgungsstandorten soll die Seilbahn den Alltag vieler Fahrgäste planbarer machen.
Elektrischer Betrieb im öffentlichen Verkehr
Das System wird zu 100 Prozent elektrisch betrieben. Laut Pressemitteilung reduziert es im Vergleich zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln die Schadstoffemissionen deutlich. Damit soll das Projekt auch einen Beitrag zu einem nachhaltigeren urbanen Mobilitätsmodell leisten.
In Lateinamerika sind urbane Seilbahnen bereits in mehreren Ländern Teil der Mobilitätsplanung. Seit der Inbetriebnahme einer ersten urbanen Anlage im Jahr 2009 in Venezuela wurde die Technologie in Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Guatemala, Mexiko und Venezuela eingesetzt. Rund 65 Kilometer Seilbahnstrecken sind in der Region in Betrieb, weitere 50 Kilometer befinden sich im Bau. Urbane Seilbahnen ergänzen bestehende Verkehrsinfrastrukturen, erschließen dicht besiedelte oder topografisch anspruchsvolle Gebiete und schaffen direkte öffentliche Verkehrsverbindungen.


