FAIRTIQ erweitert Pay-As-You-Go für ÖPNV-Ticketing

Artikel vom 7. September 2026
Fahrgeldmanagement

FAIRTIQ stellt die technische Basis für ein landesweites Pay-As-You-Go-Ökosystem bereit. In Dänemark ergänzt »Basiskort« die mobile Nutzung um eine kartenbasierte Lösung für Fahrgäste ohne Smartphone.

FAIRTIQ PAYG Ecosystem. (Bild: FAIRTIQ)

In Dänemark entsteht auf Basis der Mobile-Pay-As-You-Go-Technologie von FAIRTIQ ein landesweites Pay-As-You-Go-Ökosystem für mobile und kartenbasierte Fahrten. Die Lösung baut auf der Rejsekort-App auf, über die rund 20 Monate nach dem öffentlichen Start bereits 90 % aller Rejsekort-Transaktionen abgewickelt werden. Ergänzend kommt »Basiskort« hinzu: eine kartenbasierte Pay-As-You-Go-Lösung für Fahrgäste, die kein Smartphone nutzen können oder möchten.

Ziel ist ein Ticketing-Ansatz, der unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten abdeckt, ohne dafür getrennte Systeme betreiben zu müssen. Die mobile App bleibt der primäre Kanal und bietet der Mehrheit der Fahrgäste ein durchgängiges Reiseerlebnis. Die Karte ergänzt diesen Zugang und soll sicherstellen, dass auch Menschen ohne Smartphone den öffentlichen Verkehr einfach nutzen können.

Gemeinsames Backend für mobile App und Karte

Beide Kanäle laufen über dieselbe Account-Based-Ticketing-Plattform. Das gemeinsame Backend verarbeitet Fahrten, berechnet Preise, verwaltet Kundenkonten, bildet Geschäftsregeln ab und unterstützt das operative Monitoring. Damit entwickelt sich der Ansatz von einer reinen Mobile-Pay-As-You-Go-Lösung zu einer integrierten Pay-As-You-Go-Plattform, die verschiedene Nutzungsformen im öffentlichen Verkehr unterstützt.

Für Verkehrsorganisationen liegt der Vorteil vor allem darin, mobile und kartenbasierte Fahrten technisch zusammenzuführen. Statt parallele Ticketing-Systeme zu betreiben, lassen sich zentrale Funktionen auf einer Plattform bündeln. Das kann Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung vereinfachen und die technische Komplexität reduzieren.

Weniger physische Infrastruktur im Betrieb

Da der mobile Kanal im Mittelpunkt bleibt, kann die physische Infrastruktur gezielter eingesetzt werden. Validatoren sowie Einrichtungen für den Kauf und das Aufladen physischer Karten werden nur dort benötigt, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Dadurch entsteht ein Ansatz für Automated Fare Collection, der mobile Nutzung, kartenbasierte Ergänzung und zentrale Systemprozesse miteinander verbindet.

Für Fahrgäste bedeutet das Pay-As-You-Go-Ökosystem einen einfacheren Zugang zum öffentlichen Verkehr. Wer die App nutzt, kann mobil ein- und auschecken. Wer kein Smartphone nutzt, erhält über die Karte eine Alternative. Beide Wege greifen auf dieselbe technische Grundlage zurück und unterstützen damit ein einheitliches System für unterschiedliche Bedürfnisse.

Dänemark als erste landesweite Umsetzung

Dänemark ist die erste landesweite Umsetzung dieses erweiterten Angebots. Das Projekt zeigt, wie Mobile Pay-As-You-Go als Grundlage für ein inklusives Ticketing-Ökosystem dienen kann. Regionale und nationale Verkehrsorganisationen erhalten damit die Möglichkeit, mobile und kartenbasierte Zugänge in einem gemeinsamen System zu kombinieren.

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