Irizar zeigt »i3« als 15-Meter-Elektrobus und »ie tram Efficient«
Busse und Bahnen
Zur FIAA in Madrid präsentiert die Irizar Group eine 15-Meter-Version des »i3 Normal Floor« als batterieelektrisches Class-II-Fahrzeug. Ergänzend zeigt der Hersteller den »ie tram Efficient«, Serviceangebote und Ansätze für Kreislaufwirtschaft.

Irizar ie tram Efficient (Irizar Group)
Auf der FIAA International Bus and Coach Trade Fair in Madrid zeigt der Hersteller in Halle 9, Stand 9C06, vier Fahrzeuge aus seinem Portfolio für nachhaltige Mobilität. Im Mittelpunkt stehen eine neue 15-Meter-Ausführung des batterieelektrischen Class-II-Modells »Irizar i3 Normal Floor« sowie der »Irizar ie tram Efficient«. Außerdem werden ein »Irizar i6S Efficient« und ein »Irizar i8« ausgestellt.
Die Messepräsenz verbindet Fahrzeugtechnik, digitale Funktionen, After-Sales und Nachhaltigkeit. Gezeigt werden Lösungen für Regional- und Stadtverkehr, die auf elektrische Antriebe, reduzierte Energieverbräuche, geringeres Gewicht, Sicherheitsfunktionen und eine verbesserte Integration in den Betrieb ausgelegt sind.
15-Meter-Elektrobus für Class-II-Einsätze
Die neue 15-Meter-Version des »i3 Normal Floor« ist als batterieelektrisches Class-II-Fahrzeug ausgelegt. Sie übernimmt die Gestaltung der Baureihe und soll zugleich mehr Fahrgastkapazität und Stauraum bieten. Für das Fahrzeug wird eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern genannt. Die Plattform ist zudem in einer erleichterten Ausführung verfügbar und mit Profilen aus Hochleistungsstahl verstärkt.
Beim Sicherheitskonzept verweist der Hersteller auf Anforderungen im Umfeld der GSR2-Regelungen. Dazu zählen Komponenten wie Kameras und Radar zur Unterstützung von Fahrer und Fahrgästen. Genannt werden außerdem die europäischen Regelungen R155 für Cybersecurity-Managementsysteme und R156 für Software-Updates von Fahrzeugen. Eine Frontstruktur zur Energieaufnahme nach R29 soll den Schutz im Kollisionsfall unterstützen. Der Aufbau ist als integrale, selbsttragende Ausführung sowie mit unterschiedlichen elektrischen Fahrgestellen verfügbar.
»ie tram Efficient« mit Fokus auf Stadtverkehr
Mit dem »ie tram Efficient« wird die Efficient-Linie um ein weiteres batterieelektrisches Stadtverkehrsfahrzeug ergänzt. Die Entwicklung basiert auf Erfahrungen seit 2011 und auf mehr als 200 Millionen gefahrenen Kilometern in 55 europäischen Städten. Gegenüber bisherigen Ausführungen nennt die Presseinformation unter anderem eine Senkung des Energieverbrauchs um bis zu zehn Prozent, rund 1000 Kilogramm weniger Gewicht, ein effizienteres Klimasystem, Batterien der jüngsten Generation und einen höheren Anteil recycelter Materialien.
Der Fahrerarbeitsplatz wurde nach dem deutschen VDV-Referenzstandard ausgelegt. Ein neu gestalteter Frontbereich soll die Sicht verbessern und einen weiteren Blick nach vorn ermöglichen. Für mehr Zuverlässigkeit wurde ein Chassis neuer Generation entwickelt. Ziel ist eine hohe Verfügbarkeit im Linieneinsatz und ein Betrieb mit möglichst geringem Zusatzaufwand.
Auch Zugang und Komfort wurden überarbeitet. Breitere Türen sollen den Fahrgastwechsel erleichtern. Durch die geringere Fahrzeughöhe kann das Modell laut Mitteilung besser in historischen und urbanen Bereichen mit Höhenbeschränkungen eingesetzt werden. Zusätzlich werden fünf Prozent mehr Fahrgastkapazität, ein hellerer Innenraum und höherer Reisekomfort genannt. Für die Digitalisierung ist ein Datenmodell vorgesehen, das sich an aktuellen Standards und betrieblichen Anforderungen orientiert und als Plug-and-play-Lösung in bestehende Betriebssysteme integrierbar sein soll.
Service, Kreislaufwirtschaft und Umweltkennzahlen
Erstmals verfügt der Messestand über einen eigenen Servicebereich. Dort informieren After-Sales- und Ersatzteilteam über Unterstützung im Betrieb. Der Hersteller hat nach eigenen Angaben das After-Sales-Team erweitert und arbeitet an zusätzlichen Funktionen für das Diagnosetool. Damit sollen mehr Systeme der Integral-Fahrzeuge diagnostiziert und gewartet werden können. Zudem wird die Betreuung des »i3 BEV« in die entsprechenden Servicefunktionen einbezogen.
Ein weiterer Bereich des Stands widmet sich Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Gezeigt wird die Produktlinie »Izir«, die aus überschüssigen Fertigungsmaterialien entsteht. Laut Mitteilung werden derzeit 63,50 Prozent der Rest- und Abfallmaterialien verwertet und in neue Produktionskreisläufe zurückgeführt. Für die Fahrzeuge werden durchschnittliche Werte von 97,44 Prozent für Rückgewinnbarkeit und 92,95 Prozent für Recyclingfähigkeit genannt.
In der Entwicklung arbeitet das Unternehmen mit Ökodesign-Kriterien, um den Rohstoffeinsatz zu optimieren, Bauteile länger nutzbar zu machen und die Rückgewinnung am Lebensende zu erleichtern. Ergänzend werden Lebenszyklusanalysen nach ISO 14040 und ISO 14044 sowie Umweltproduktdeklarationen nach ISO 14025 eingesetzt. Im vergangenen Jahr kamen EPDs für mehrere Modelle hinzu, darunter den elektrischen »i3«, den leichten CNG-»i4«, den 12- und 18-Meter-»ie bus Efficient« sowie den 18-Meter-»ie tram«.


