ÖBB vergeben Rahmenverträge für digitale Stellwerkstechnik

Artikel vom 24. September 2026
Bauausführung

Die ÖBB-Infrastruktur AG hat Rahmenvereinbarungen für digitale Stellwerke an Siemens Mobility und Hitachi Rail vergeben. Rund 2,6 Milliarden Euro fließen in die schrittweise Digitalisierung der Stellwerkstechnik, inklusive Cybersecurity, Service und Pilotbetrieb ab 2030.

(Bild: ÖBB-Holding AG)

Die ÖBB-Infrastruktur AG hat ein mehrjähriges Vergabeverfahren für neue digitale Stellwerkstechnik abgeschlossen. Die Rahmenvereinbarungen gehen an Siemens Mobility und Hitachi Rail. Der kumulierte Gesamtauftragswert liegt bei rund 2,6 Milliarden Euro. Ziel ist es, die Sicherungstechnik im österreichischen Bahnverkehr schrittweise zu digitalisieren und die vorhandenen Anlagen langfristig zu ersetzen.

Stellwerke steuern Weichen und Signale und sorgen dafür, dass Züge sicher und geordnet unterwegs sind. Mit dem »Digitalen Stellwerk« soll die technische Basis für einen flexibleren Bahnbetrieb entstehen. Die neue Generation der Stellwerkstechnik ist für digitale Anwendungen ausgelegt und berücksichtigt zugleich hohe Anforderungen an Informationssicherheit und Schutz vor Cyberangriffen.

Innenanlagen, Außenanlagen und Object Controller

Die Ausschreibung umfasst Innenanlagen, in denen die sicherheitsrelevante Stellwerkslogik ausgeführt wird, sowie Außenanlagen. Dazu gehören sogenannte Object Controller, die Signale, Weichen und weitere sicherheitsrelevante Elemente der Eisenbahninfrastruktur ansteuern. Die Technik soll damit zentrale Stellwerksfunktionen mit der Steuerung der Feldelemente verbinden.

Die Rahmenvereinbarung läuft mindestens zehn Jahre. Zusätzlich wurde ein Servicevertrag über die Lebensdauer der Systeme von 25 Jahren vereinbart. Er umfasst Support- und Serviceleistungen für technische Betreuung, Wartung und Systemverfügbarkeit über den gesamten Lebenszyklus.

Pilotbetrieb im vierten Quartal 2030

Die Umsetzung ist stufenweise vorgesehen. Das erste Pilotprojekt soll im vierten Quartal 2030 in Betrieb gehen. Danach sollen weitere Pilotprojekte folgen. Wenn die Pilotierungsphase erfolgreich abgeschlossen ist, kann die Technologie österreichweit ausgerollt werden. Langfristig sollen sämtliche Stellwerksanlagen durch digitale Anlagen ersetzt werden.

Ein Teil der Lösung basiert auf »SignalingX«. Die Softwarearchitektur für digitale Bahninfrastruktur bündelt Stellwerksfunktionen, »ETCS«, Diagnosesysteme, Objektcontroller, Cybersecurity und weitere Anwendungen auf einer gemeinsamen Plattform. Bereits 2020 wurde in Achau vor den Toren Wiens ein Pilotprojekt in Betrieb genommen. Zudem wird das Streckennetz bis 2038 mit »ETCS-Level 2« ausgestattet.

Verkehrsmanagement als digitales Rückgrat

Auch die bestehende Systemlandschaft für Verkehrsmanagement spielt eine Rolle. Am Standort Wien wird eine Plattform entwickelt, die als Betriebssystem für sicherheitskritische Bahnanwendungen eingesetzt wird. Sie bildet die Basistechnologie für hochverfügbare Lösungen wie Stellwerke, ETCS-Systeme und Feldelemente. In Österreich unterstützt ein zentrales Verkehrsmanagementsystem die operative Steuerung und Überwachung eines hochautomatisierten Bahnbetriebs.

Die Presseinformation verweist zudem auf den Beitrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung in Österreich. Beide beauftragten Industrieunternehmen verfügen laut Mitteilung über Erfahrung in der Eisenbahnsicherungstechnik und sind am Standort Österreich präsent.

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