DB-Fahrplan 2027: neue Sprinter und mehr Europa-Verbindungen

Artikel vom 22. Oktober 2026
Betriebs- und Verkehrsmanagement

Die Deutsche Bahn startet den Fahrplan 2027 am 13. Dezember. Geplant sind neue ICE-Sprinter, mehr internationale Fahrten, stabile Preise sowie angepasste Angebote für Familien, Gruppen und Pendler. Tickets sind ab 14. Oktober buchbar.

(Bild: Deutsche Bahn AG)

Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember baut die DB ihr Fernverkehrsangebot in Deutschland und Europa aus. Neu sind zusätzliche ICE-Sprinter auf wichtigen Achsen, ein wieder dichteres Angebot zwischen Berlin und Hamburg sowie mehr Direktverbindungen ins Ausland. Die Preise sollen stabil bleiben. Buchbar sind die Verbindungen ab 14. Oktober über bahn.de, den DB Navigator sowie in Reisezentren und Agenturen.

Mehr Sprinter und dichtere Takte

Ab dem Fahrplanwechsel gibt es eine neue ICE-Sprinter-Linie zwischen Hamburg und München. Sie fährt dreimal täglich je Richtung und hält nur in Hannover und Nürnberg. Die Fahrzeit sinkt dadurch um 20 Minuten auf 5 Stunden und 20 Minuten. Zwischen Berlin und Stuttgart wird das Sprinter-Angebot ebenfalls ausgeweitet: Statt einmal täglich fährt der Zug künftig dreimal je Richtung. Die Fahrzeit liegt bei 4 Stunden und 45 Minuten und damit rund eine Stunde unter dem Taktangebot über Frankfurt.

Insgesamt sind damit deutschlandweit rund 70 Sprinter-Fahrten pro Tag auf wichtigen Strecken geplant. Zwischen Berlin und Hamburg fahren die Züge nach den baulichen Einschränkungen wieder im Halbstundentakt. Der Intercity Dresden–Berlin–Rostock verkehrt erneut alle zwei Stunden bis Warnemünde. Zusätzlich fährt täglich ein ICE je Richtung von Warnemünde über Berlin und Leipzig nach Frankfurt, Stuttgart und München.

Weitere Änderungen betreffen mehrere Regionen: Jena erhält wieder eine Direktverbindung nach Berlin, Ostwestfalen eine tägliche Verbindung nach München. Offenburg und Baden-Baden werden stündlich bedient. Saarbrücken bekommt erstmals eine Direktverbindung nach Hamburg. Halle und Erfurt sind baubedingt alle zwei Stunden direkt mit der Schweiz verbunden.

Mehr internationale Verbindungen

Das internationale Angebot wächst auf mehr als 320 Fahrten pro Tag. Laut Mitteilung sind damit über 200 Städte in 14 Ländern direkt von Deutschland aus erreichbar. Zusätzliche Verbindungen gibt es nach Italien, Frankreich, Österreich und Dänemark. Zwischen Hamburg und Kopenhagen fahren ab März sieben Züge täglich je Richtung, ab 7 Uhr etwa alle zwei Stunden.

In Kooperation mit Trenitalia fährt ab Sommer 2027 erstmals der Hochgeschwindigkeitszug »Frecciarossa« in Deutschland. Je ein tägliches Zugpaar verbindet München direkt mit Mailand und Rom. Auch nach Frankreich und Österreich wird das Angebot erweitert: Zwischen Stuttgart und Paris sind täglich zwölf Züge vorgesehen, zwei mehr als bisher. Nach Abschluss der Korridorsanierung Nürnberg–Passau fahren zwischen Frankfurt, Nürnberg und Wien täglich 14 Fernverkehrszüge, ebenfalls zwei mehr als vor Beginn der Bauarbeiten.

Europäische Fahrten sollen einfacher buchbar werden. Tickets von ÖBB, SBB, Trenitalia, SNCF, Eurostar, SJ und National Rail sind direkt auf bahn.de und im DB Navigator erhältlich. Grundlage ist der Schnittstellenstandard OSDM. Dadurch sind mehr als 10.000 zusätzliche europäische Reiseziele buchbar.

Bauen, Pendeln und Gruppenreisen

Auch 2027 saniert DB InfraGO weitere Hauptstrecken, darunter Hannover–Berlin, Hanau–Fulda und Rosenheim–Freilassing/Salzburg. Umleitungen und geänderte Fahrzeiten für größere Baumaßnahmen sind bereits in der Reiseauskunft hinterlegt. Wer ein Ticket bucht, bekommt die jeweils geltenden Fahrtzeiten angezeigt. Zwischen NRW und Berlin fahren während der Arbeiten mindestens stündlich direkte ICE; die Fahrt dauert rund 80 Minuten länger. Zwischen München und Salzburg pendeln täglich drei EC-Zugpaare über Mühldorf.

Das im Sommer gestartete DB Familienticket wird dauerhaft eingeführt. Ab 26. Oktober ist es wieder buchbar, erster Reisetag ist der 1. November. Für 99,99 Euro können bis zu fünf Personen deutschlandweit in der 2. Klasse hin und zurück reisen; die Sitzplatzreservierung ist enthalten.

Für Pendlerinnen und Pendler werden Monatskarten und Schülermonatskarten im Fernverkehr ohne Abo ab 21. Oktober um 25 Prozent günstiger. Gleichzeitig vereinfacht das Unternehmen sein Zeitkartenangebot und bietet Streckenzeitkarten künftig ausschließlich ohne Abo an. Für Gruppen wird der Online-Service erweitert: Der Sparpreis Gruppe kann online bis zu 14 Tage unverbindlich reserviert werden.

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