Autonome Busfahrten in München starten mit Testnutzern
Autonome Shuttles
Im Projekt MINGA beginnt in München die nächste Testphase: MAN Truck & Bus, SWM, MVG und das Mobilitätsreferat lassen Testnutzer im autonomen eBus auf der Linie 178 mitfahren. Der »MAN Lion’s City 12 E« fährt montags bis freitags zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl.

Der automatisierte Elektrobus ist mit LiDAR-Sensoren, Radaren, Kameras und satellitengestützter Positionsbestimmung ausgestattet und erfasst damit seine Umgebung. (Bild: MAN Truck & Bus)
In München beginnt im Forschungsprojekt MINGA die nächste Phase für automatisierte Busse im öffentlichen Verkehr. Nachdem der »MAN Lion’s City 12 E« seit Anfang September auf der MVG-Linie 178 im öffentlichen Straßenverkehr erprobt und die Strecke vorbereitet wurde, starten MAN Truck & Bus, SWM, MVG und das Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München nun den Betrieb mit Testnutzerinnen und Testnutzern. Ab 17. November sollen sie im autonomen eBus zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl mitfahren können. Die Fahrten finden montags bis freitags statt.
Testfahrten im Linienbetrieb
Der autonome eBus wird als zusätzliches Fahrzeug auf der bestehenden Linie 178 eingesetzt. Damit wird ein späterer Betrieb im Linienverkehr unter möglichst realen Bedingungen simuliert. Die Strecke im Münchner Norden umfasst unterschiedliche Verkehrssituationen, darunter Hauptverkehrsachsen, Tempo-30-Zonen, Parkgebiete und Unterführungen.
Das Interesse an einer Mitfahrt ist hoch: Mehr als 2.000 Voranmeldungen sind bereits eingegangen. Die Teilnahme erfolgt innerhalb einer geschlossenen Nutzergruppe. Interessierte können sich über mvg.de/minga-anmeldung für einen Interessentenpool registrieren und erhalten weitere Informationen per E-Mail. Der zwölf Meter lange Elektrobus bietet rund 30 Sitzplätze sowie einen Rollstuhlplatz.
Sensorik, Sicherheit und Begleitung
Das Fahrzeug ist mit fünf LiDAR-Sensoren, sechs Radaren, acht Kameras und satellitengestützter Positionsbestimmung ausgestattet. In den vergangenen Wochen wurden mit geschultem Sicherheitsfahrpersonal umfangreiche Streckendaten erfasst. Auf dieser Basis kann der Stadtbus die Strecke eigenständig befahren: Er lenkt, beschleunigt, bremst und blinkt automatisiert. Sicherheitsfahrpersonal bleibt während des gesamten Testbetriebs an Bord und kann bei Bedarf unmittelbar übernehmen.
Vor dem Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr absolvierte der automatisierte Elektrobus ein Testprogramm auf dem Werksgelände. Außerdem durchlief er technische Prüfungen durch den TÜV und weitere Genehmigungsverfahren. Die Rückmeldungen der Fahrgäste sollen zeigen, wie autonome Fahrsysteme im ÖPNV wahrgenommen werden und welche Anforderungen für einen sicheren und kundenorientierten Betrieb wichtig sind.
Die wissenschaftliche Begleitung übernehmen die Technische Universität München und die Universität Stuttgart. Vor und nach den Fahrten sind freiwillige Befragungen geplant. Dabei geht es um Eindrücke, Akzeptanz und Sicherheitsempfinden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Barrierefreiheit. Ergänzend sind bei ausgewählten Fahrten Beobachtungsstudien und freiwillige Interviews vorgesehen.
Projekt MINGA bis 2027
Das Forschungsvorhaben MINGA steht für »Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobus und Bus-Platoons«. Es läuft seit 2023 und bündelt 16 Partner aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft. Das Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München führt das Konsortium. Ziel ist es, automatisierte und vernetzte Mobilitätslösungen in das bestehende Verkehrssystem einzubinden und Fragen zu Technik, Regulierung, Wirtschaftlichkeit, Barrierefreiheit und Betrieb zu klären.
Der Betrieb mit Testnutzerinnen und Testnutzern soll bis Juni 2027 laufen. Gefördert wird MINGA bis Mitte 2027 mit rund 13 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr im Rahmen der Förderrichtlinie »Autonomes und vernetztes Fahren in öffentlichen Verkehren«. Weitere Informationen nennt die Mitteilung unter mvg.de/minga-anmeldung und muenchenunterwegs.de/minga.


