Neue Wasserstoffbusse für Köln, Saarbrücken und Cottbus
E-Busse
Mit modernen Wasserstoffbussen gelingt Wrightbus derzeit der Einstieg in den deutschen Markt. Der traditionsreiche nordirische Hersteller, bislang vor allem für seine britischen Doppeldecker bekannt, profitiert dabei vom wachsenden Interesse an emissionsfreien Antrieben im Regionalverkehr.

Wright »Kite Hydroliner FCEV« der Regionalverkehr Köln am Bahnhof Meckenheim Industriepark (Bild: Christian Marquordt).
Wrightbus aus dem nordirischen Ballymena gründeten Vater und Sohn Wright in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre. In Großbritannien und Irland wurde das Unternehmen schnell bekannt und groß – nicht zuletzt als Hersteller einer eher britischen Spezialität, nämlich von Doppeldeckern. So stammt auch jener erst vor relativ kurzer Zeit eingeführte Londoner Doppeldecker mit dem Spitznamen »Borisliner«, benannt nach seinem politischen Förderer Boris Johnson, aus Ballymena.
In den europäischen Ländern mit Rechtsverkehr blieb der Hersteller lange eher unbekannt. Das ändert sich derzeit jedoch. Denn das Unternehmen stieg in Deutschland in das Geschäft mit Wasserstoffbussen ein. Erste Aufträge kamen von der Regionalverkehr Köln (31 Wagen, geliefert im November 2024), der »west Verkehrs GmbH« aus Geilenkirchen (12 Wagen), der Saarbahn in Saarbrücken (28 Wagen) sowie von Cottbusverkehr, die zusammen mit einer Tochtergesellschaft gleich 46 Fahrzeuge erhält.
Nach Angaben des Herstellers sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Schon bald werde man zahlreiche Busse nach Deutschland geliefert haben – in ein Land, in dem die Marke noch vor kurzem kaum bekannt gewesen sei.
Die Busse gehören zum Typ »Kite Hydroliner FCEV«. Die Saarbahn nennt für ihre Fahrzeuge eine Reichweite von bis zu 350 km; sie bieten Platz für bis zu 90 Fahrgäste. Der elektrische Antriebsstrang entspricht dem des ebenfalls angebotenen Batterie-Modells »Kite«. Die Brennstoffzelle vom Typ »FCmove« stammt vom kanadischen Hersteller Ballard und leistet je nach Kundenwunsch 70 oder 100 kW. Eugen Puderbach, der frühere Chef der Regionalverkehr Köln, formulierte es einmal so: »Wir wollen auch abgelegene Orte in Eifel und Bergischem Land elektrisch bedienen, können aber nicht überall Nachladesäulen errichten. Deshalb brauchen wir den Wasserstoffbus.«
Die Achsen des »Kite« kommen von ZF aus Friedrichshafen am Bodensee. Lieferbar ist der Wagen in den Längen 10,9, 11,6 und 12,4 m – darin scheinen noch die traditionellen britischen Maße von 36, 38 und 41 Fuß durch.


