Zweiwegebagger für Gleisbau rollen über Indusi-Magnete

Artikel vom 24. September 2026
Maschinen und Werkzeuge

Lebensieg rüstet sich für mehr Gleisbaukapazität: Der »Cat M323F« soll im konventionellen Gleisbau und Oberleitungsbau helfen. Sein hydrostatischer Schienenradantrieb ermöglicht Fahrten über Indusi-Magnete, ohne die Maschine ausheben zu müssen.

Tim Lebensieg bietet seine Cat Zweiwegetechnik bundesweit inklusive Fahrer an und übernimmt Arbeiten als Nachunternehmer. (Bild: Lebensieg)

Das Schienennetz steht unter Sanierungsdruck. Bis 2035 sollen mehr als 40 Strecken grundlegend modernisiert werden. Für die steigenden Anforderungen im konventionellen Gleisbau hat sich Lebensieg Erdbau & Verkehrswegeunterhaltung mit zwei Zweiwegebaggern vom Typ »Cat M323F« ausgerüstet. Das Unternehmen ist bundesweit im Bereich Zweiwegetechnik tätig und bietet Maschinen inklusive Fahrpersonal sowie weitere Leistungen für Bahnbauprojekte an.

Antrieb für Arbeiten im Gleis

Ein wesentlicher Faktor ist der hydrostatische Schienenradantrieb. Er sorgt für eine höhere Bodenfreiheit, sodass der Zweiwegebagger über Indusi-Magnete rollen kann. Ein Ausheben der Maschine ist dabei nicht jedes Mal erforderlich. Gerade im Oberleitungsbau ist das ein Vorteil: Beim Handling des Trommelblocks hält die Maschine den Block, während Fahrdraht oder Tragseil kontrolliert abgewickelt beziehungsweise aufgewickelt wird. Gleichzeitig bleibt während der Fahrt die nötige Seilspannung erhalten.

Die Technik unterstützt damit Arbeiten, bei denen Fahrer sich auf das Einziehen von Oberleitungen konzentrieren müssen. Laut Pressemitteilung wird dieser Antrieb bei bestimmten Baustellen inzwischen ausdrücklich gefordert, unter anderem bei Projekten für die Bahn und im Umfeld der Münchner U-Bahn.

Kompakte Bauweise für profilfreies Arbeiten

Der Zweiwegebagger bringt bis zu 23,9 Tonnen Einsatzgewicht mit. Durch das Kurzheck liegt der Heckschwenkradius bei rund 1,56 Metern. Dadurch ist profilfreies Arbeiten möglich, sodass der Schienenverkehr auf einem benachbarten Gleis häufig weiterlaufen kann. Im genannten Einsatz beim Bau einer Lärmschutzwand konnte die Maschine weiterarbeiten, während ein anderes Gerät wegen größerer Abmessungen pausieren musste.

Auch bei Standsicherheit, Reichweite und Hubvermögen beschreibt die Mitteilung keine Einschränkungen. Eingesetzt wird der Bagger unter anderem beim Schneiden von Bäumen und Sträuchern entlang der Bahnstrecke, beim Ziehen von Waggons mit Gleisschotter und Mineralgemisch sowie bei Arbeiten, bei denen mit dem Ausleger weit gearbeitet werden muss.

Flexible Ausrüstung für Bahnbauaufgaben

Zum Einsatzspektrum gehören der Wechsel von Schwellen und Schienen sowie Erd- und Profilierungsarbeiten am Gleisunterbau. Für flexible Arbeitsabläufe wurde der Schnellwechsler »OQ Rail« gewählt. Damit lassen sich Grabenräumlöffel, Zweischalen- und Sortiergreifer, Tiltrotator sowie Mulcher innerhalb kurzer Zeit wechseln.

Neben der eigenen Zweiwegetechnik stellt das Unternehmen auch qualifizierte Zweiwegebaggerfahrer und Triebfahrzeugführer bereit. Auftraggeber können so auf personelle Engpässe reagieren oder kurzfristig zusätzliches Fachpersonal einsetzen. Künftig soll der Betrieb außerdem stärker auf Ausbildung und Qualifizierung ausgerichtet werden. Dafür wurde ein rund 8.500 Quadratmeter großes Betriebsgelände übernommen, auf dem Schulungen in Theorie und Praxis stattfinden sollen. Langfristig ist ein eigenes Übungsgleis geplant, damit angehende Triebfahrzeugführer typische Arbeitsabläufe im Bahnbau praxisnah trainieren können.

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