ENIM startet als Plattform für europäisches Kapazitätsmanagement
Betriebs- und Verkehrsmanagement
Das European Network of Infrastructure Managers (ENIM) ist bei der InnoTrans in Berlin offiziell gestartet. Das Gremium soll Kapazitätsplanung, Verkehrsmanagement und Leistungsfähigkeit der europäischen Bahnnetze koordinieren und gemeinsame Rahmenwerke entwickeln.

(Bild: European Network of Infrastructure Managers ENIM)
Bei der ersten Plenarsitzung im Rahmen der InnoTrans in Berlin wurde ENIM in seiner neuen Konfiguration gegründet. Grundlage ist die neue EU-Verordnung über die Nutzung von Eisenbahnkapazität. Das Gremium bietet Eisenbahninfrastrukturbetreibern eine dauerhafte Plattform, um Kapazitätsplanung, Verkehrsmanagement und operative Leistungsfähigkeit in Europa abzustimmen.
Die Struktur baut auf der 2013 eingerichteten Platform of Rail Infrastructure Managers in Europe (PRIME) auf und übernimmt im neuen regulatorischen Rahmen erweiterte Aufgaben. Das Netzwerk bringt hochrangige Vertreterinnen und Vertreter von Eisenbahninfrastrukturbetreibern und Zuweisungsstellen entlang des TEN-T-Kernnetzes und des erweiterten Kernnetzes zusammen. Ziel ist es, Kapazitätsmanagement, Verkehrsmanagement und Leistungsüberprüfung zu harmonisieren.
Geplant sind gemeinsame europäische Rahmenwerke sowie eine zentrale Anlaufstelle für Kapazitätsrechte in mehreren Netzen. Der neue Rahmen soll außerdem die Zusammenarbeit zwischen Infrastrukturbetreibern, Eisenbahnverkehrsunternehmen und weiteren operativen Stakeholdern erleichtern. Diese bereiten auch die European Railway Platform (ERP) vor, um den Austausch mit dem neuen Gremium zu unterstützen.
Führung und Koordination
Die Plenarsitzung bestellte Johann Pluy, Mitglied des Vorstands der ÖBB-Infrastruktur AG, zum Vorsitzenden. Piotr Wyborski, Präsident des Vorstands von PKP PLK, wurde stellvertretender Vorsitzender. Beide Funktionen sind auf zwei Jahre angelegt.
Johann Pluy bezeichnete den Start als Schritt nach vorn für die europäischen Eisenbahninfrastrukturbetreiber. Das Netzwerk solle Zusammenarbeit, Wissensaustausch und Dialog mit Stakeholdern im Bahnsystem unterstützen. Piotr Wyborski verwies auf die Rolle der Infrastrukturbetreiber bei der Transformation der Kapazitätsplanung und -steuerung. Entscheidend seien abgestimmte Prioritäten über nationale Netze hinweg und eine einheitliche Umsetzung über Grenzen hinweg.
Rolle von RailNetEurope
Gemäß dem Mandat der Kapazitätsverordnung wurde RailNetEurope (RNE) zum Network Coordinator bestellt. Die in Wien ansässige Organisation unterstützt damit die Aktivitäten des Netzwerks und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern.
Im Auftrag des Gremiums soll der Network Coordinator die Umsetzung des europäischen regulatorischen Rahmens begleiten. Dazu gehören gemeinsame Methoden, digitale Lösungen, harmonisierte operative Prozesse sowie Sekretariatsleistungen. RNE-Präsident Paul Mazataud erklärte, die Organisation wolle das Netzwerk und den Bahnsektor bei der Umsetzung der Kapazitätsverordnung unterstützen.
Konsultationen mit dem Sektor
Im Einklang mit der Kapazitätsverordnung wird das Netzwerk operative Stakeholder zu zentralen Dokumenten konsultieren. Die Konsultation zum Arbeitsprogramm und zu den Konsultationsleitlinien soll im Anschluss an die erste Plenarsitzung starten.
Weitere Informationen zu den anstehenden Konsultationen stellt das Gremium auf seiner Website bereit. Durch engere Zusammenarbeit zwischen Infrastrukturbetreibern sowie den Austausch mit operativen und institutionellen Stakeholdern soll das europäische Eisenbahnnetz effizienter, besser vernetzt und wettbewerbsfähiger werden und Ziele im Bereich Mobilität und Dekarbonisierung unterstützen.


