Modulares Bauen für die Schiene: DB prämiert Lieferanten
Bauausführung
Die Deutsche Bahn hat auf der InnoTrans neue Ansätze für modulares Bauen ausgezeichnet. Im Fokus stehen vorgefertigte Elemente für Gleise, Tunnel und Brücken sowie das »FAST-System«, das Umbauarbeiten bei weniger Betriebsunterbrechungen ermöglichen soll.

Zukunftstrend »Modulares Bauen«: Neue Methoden und Lieferanten für die Schieneninfrastruktur wurden auf der InnoTrans ausgezeichnet. (Bild: Deutsche Bahn AG/Oliver Lang)
Die Deutsche Bahn hat auf der InnoTrans in Berlin neue Methoden für modulares Bauen auf der Schiene ausgezeichnet. Der Innovationspreis ging an Salcef Bau GmbH für das »FAST-System«. Der Ansatz sieht vor, Umbauarbeiten zu beschleunigen, ohne den Bahnbetrieb vollständig zu unterbrechen. Dafür soll der Wechsel von Schotteroberflächen auf ein »Feste-Fahrbahn-System« mit vorgefertigten Gleistragplatten kombiniert werden.
Vorgefertigte Elemente für Gleis, Tunnel und Brücke
Im Mittelpunkt der prämierten Ansätze steht die industrielle Vorfertigung. Sie soll Bauzeiten verkürzen, Abläufe besser planbar machen und Arbeiten an der Schieneninfrastruktur erleichtern. Bei Gleisarbeiten geht es unter anderem um vorgefertigte Gleistragplatten als Basis für feste Fahrbahnen. Der Vorteil: Bauteile können vorab hergestellt und auf der Baustelle schneller eingebaut werden.
Zu den Finalisten des Innovationspreises zählte die Max Bögl Stiftung und Co. KG mit einer Tunnel-Modul-Bauweise. Dabei werden Beton-Innenschalen für Tunnel industriell vorgefertigt, statt sie direkt vor Ort herzustellen. Das kann die Bauzeit am Gleis verkürzen, weil etwa das Aushärten von Beton während der Arbeiten entfällt. Ramboll Deutschland GmbH und Laing O’Rourke wurden für ein flexibel einsetzbares, modular vorgefertigtes Widerlagersystem für den Brückenbau prämiert.
Das Auswahlverfahren wurde vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung wissenschaftlich begleitet. Bewertet wurden unter anderem Neuigkeitsgrad, Einzigartigkeit, Mehrwert, Ergebnisbeitrag sowie Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Modulare Bauweisen können laut Mitteilung auf der Schiene mehrere Vorteile bringen: kürzere Bauzeiten, höhere Qualität, bessere Wirtschaftlichkeit, mehr Planbarkeit und leichtere Arbeitsbedingungen.
Lieferantenprädikate für drei Kategorien
Neben dem Innovationspreis wurden Lieferantenprädikate in drei Kategorien vergeben. In der Kategorie Schienenfahrzeuge und Schienenfahrzeugteile wurde die Bonatrans Group ausgezeichnet, die seit mehr als drei Jahrzehnten Schienenfahrzeugtechnik an den Konzern liefert. In der Kategorie Allgemeine Bedarfe und Leistungen erhielt Global Display Solutions die Auszeichnung. Das Unternehmen ist mit mehr als 1800 Anzeigesystemen an Bahnhöfen im Einsatz und unterstützt damit die Fahrgastinformation. In der Kategorie Infrastruktur wurde Pan Dacom Direkt GmbH prämiert; das Unternehmen unterstützt Telekommunikations- und Netzwerkinfrastruktur im Bahnbetrieb.
Praxisprojekte und Genehmigungen stehen teils noch aus
Die Lieferantenprädikate wurden 2026 zum zwölften Mal vergeben, der Innovationspreis zum sechsten Mal. Für den Innovationspreis können sich auch Unternehmen bewerben, die noch keine Lieferanten des Konzerns sind. Einige der ausgezeichneten Lösungen benötigen vor einem möglichen Einsatz noch Betriebserprobungen in Praxisprojekten und weitere Genehmigungen, wie sie für kritische Infrastruktur vorgeschrieben sind. Nach Abschluss der Prüfungen könnten die Ansätze im Bahnbereich angewendet werden.


