Plasser & Theurer eröffnet neues Werk für Gleisbaumaschinen in Linz

Artikel vom 19. Oktober 2026
Gleisbaumaschinen und -geräte sowie Gleispflegemaschinen

Plasser & Theurer hat in Linz ein neues Montage- und Inbetriebnahme-Werk eröffnet. Die Investition von mehr als 60 Millionen Euro bündelt Endmontage und Inbetriebnahme von Gleisbaumaschinen, schafft 80 zusätzliche Arbeitsplätze und erweitert die Kapazitäten am Standort.

Nach zwei Jahren Bauzeit wurde am 16. Oktober 2026 das neue Montage- und Inbetriebnahme-Werk in der Pummererstraße 5 in Linz eröffnet. (Bild: Plasser & Theurer)

Nach zwei Jahren Bauzeit ist in der Linzer Pummererstraße ein neues Montage- und Inbetriebnahme-Werk für Gleisbaumaschinen in Betrieb gegangen. Plasser & Theurer investiert dafür mehr als 60 Millionen Euro und stärkt damit die Produktion am Standort Linz. Auf rund 12.000 Quadratmetern werden Endmontage und Inbetriebnahme künftig unter einem Dach zusammengeführt.

In der Endmontage werden unter anderem Kabel und Schläuche verlegt, Motoren und Tanks eingebaut sowie Kabinen aufgesetzt. Anschließend folgt die Inbetriebnahme als letzte Etappe des Produktionsprozesses. Dabei werden die Maschinen elektrisch, mechanisch und hydraulisch in Betrieb gesetzt.

Mehr Platz für Montage und Inbetriebnahme

Das neue Werk verfügt über 15 Montageplätze mit jeweils 30 Metern Länge und 8,5 Metern Breite. Für die Inbetriebnahme stehen vier Gleise mit insgesamt knapp 330 Metern Länge zur Verfügung. Dadurch kann dieser Produktionsschritt erstmals vollständig in einer Halle erfolgen. Die Zusammenführung bisher räumlich getrennter Abläufe und die Nähe zu vorgelagerten Bereichen sollen Transportwege verkürzen und die Abstimmung in der Produktion erleichtern.

Die Halle ist zudem auf den Bau moderner Gleisbaumaschinen ausgelegt. Dazu zählen insbesondere »E³-Hochtechnologie-Maschinen« mit hybrider Antriebstechnologie, die zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes beitragen sollen. Eine geplante Photovoltaikanlage und die Dachbegrünung sollen zusätzliche Effekte bei Energieeffizienz und Gebäudeklima bringen. Die Begrünung wirkt wärmedämmend, gleicht Temperaturen aus und kann so den Energiebedarf für Klimaanlage und Heizung senken.

80 zusätzliche Arbeitsplätze geplant

Der Hochlauf des neuen Werks erfolgt schrittweise. Bis Jahresende sollen rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort tätig sein. Insgesamt entstehen 80 zusätzliche Arbeitsplätze. Gesucht werden dafür vor allem Elektriker, Elektrotechniker, Maschinenbauer, Schweißer und Stahlbauschlosser.

Mit dem Neubau verbindet das Unternehmen zusätzliche Kapazitäten, kürzere Wege in der Fertigung und neue Möglichkeiten für die Betreuung internationaler Kunden. Zugleich verweist die Geschäftsführung auf herausfordernde Rahmenbedingungen für die Industrie in Österreich, darunter Energie- und Lohnnebenkosten, Fachkräftemangel und bürokratische Belastungen.

Standort Linz weiter ausgebaut

Die Eröffnung fand im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Unternehmen statt. In den Stellungnahmen wurde die Investition als Bekenntnis zum Industriestandort Oberösterreich und zur Bahntechnik gewertet. Genannt wurden dabei unter anderem die Rolle moderner Technologien für Bau und Erhalt der Schieneninfrastruktur sowie die Bedeutung zusätzlicher Arbeitsplätze für Fachkräfte in der Region.

Das Unternehmen wurde 1953 gegründet, hat sein Stammwerk in Linz und die Firmenzentrale in Wien. Es entwickelt und baut Maschinen und Systeme für Neubau, Umbau und Instandhaltung von Gleisen und Oberleitungen. Nach eigenen Angaben wurden mehr als 17.900 Großmaschinen in 110 Länder geliefert; die Exportquote liegt bei 93 Prozent. Außerdem bestehen mehr als 2.500 aufrechte Patente.

Teilen
PDF-Download
Weiterempfehlen
Drucken
Anzeige Hersteller aus dieser Kategorie