»MemoRails« im DB Museum zeigt NS-Geschichte an Bahnhöfen

Artikel vom 6. November 2026
Service und Dienstleistungen

Die Deutsche Bahn Stiftung zeigt ab 13. November 2026 im DB Museum Nürnberg die Projektpräsentation »MemoRails«. Sie erinnert an 13 Bahnhöfe als Orte nationalsozialistischer Verfolgung und macht lokale Recherchen zu Deportation, Zwangsarbeit und Widerstand sichtbar.

Bahnsteig am Bahnhof Königstein in Sachsen. (Bild: Stiftung EVZ)

Mit der Projektpräsentation »MemoRails« erinnert das DB Museum Nürnberg ab 13. November 2026 an Bahnhöfe als Orte nationalsozialistischer Verfolgung und Gewalt. Die öffentliche Eröffnung findet am Donnerstag, 12. November 2026, um 18 Uhr statt; eine Anmeldung über die Website der Stiftung EVZ ist erforderlich. Zu sehen ist die Präsentation bis zum 28. Februar 2027.

Grundlage ist ein Bundesprogramm, in dem sich 13 Organisationen aus ganz Deutschland mit der NS-Geschichte ihrer Bahnhöfe auseinandergesetzt haben. Gefördert wurde das Programm vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Aus mehr als 100 Bewerbungen wählte eine unabhängige Jury 13 Projekte aus. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen entstanden neue Gedenkzeichen an Bahnhöfen, die damit zu Erinnerungsorten wurden.

Lokale Recherchen zu Verfolgung, Deportation und Zwangsarbeit

Im Mittelpunkt der Präsentation stehen fünf Projekte, die auf großformatigen Stelen vorgestellt werden. Sie zeigen unterschiedliche Spuren nationalsozialistischer Verbrechen an Bahnhöfen und machen die Geschichten hinter den Orten nachvollziehbar.

Das Projekt aus Meppen befasst sich mit den Schicksalen von Menschen aus der Region, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. In Böhlen stehen die Treibstoffproduktion und die Zwangsarbeit im Umfeld der Brabag im Zentrum. Das Projekt aus Neumünster erzählt anhand von sechs Biografien von Verfolgung und Widerstand. In Cottbus geht es um den Bahnhof als Ausgangspunkt von Deportationen jüdischer Menschen, als Durchgangsstation für Gefangenentransporte und als Umschlagplatz für Zwangsarbeit. Die Website aus Weiden zeichnet Transporte von KZ-Häftlingen zum Konzentrationslager Flossenbürg nach und zeigt unter anderem, dass Gefangenenwagen auch an reguläre Personenzüge angehängt wurden.

Filme, Audio und QR-Codes ergänzen die Präsentation

Auf einem Monitor läuft zusätzlich ein Zusammenschnitt aus Erklärfilmen, die von Grundschüler:innen aus Brandenburg entwickelt wurden. Die gezeigten Zeichnungen behandeln Geschichten von Verfolgung, Ausgrenzung, Flucht, jüdischem Leben und Zwangsarbeit.

Filme, Audioaufnahmen und QR-Codes erweitern die Inhalte der Ausstellung. Sie ermöglichen es Besucher:innen, einzelne Geschichten weiterzuverfolgen und tiefer in die historischen Recherchen der beteiligten Projektträger einzusteigen.

Die Rolle der Eisenbahn im Nationalsozialismus

Die wissenschaftliche Arbeit des DB Museums setzt sich auch mit der Rolle der Deutschen Reichsbahn im Nationalsozialismus auseinander. Die Eisenbahn war ein zentrales Instrument der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik: Millionen Menschen wurden mit ihr in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Bahnhöfe und Eisenbahnanlagen wurden zugleich zu Orten der Ausbeutung durch Zwangsarbeit.

Die Projekte zeigen, wie lokale Geschichte sichtbar gemacht werden kann und wie wichtig es ist, den Menschen hinter den Zahlen Raum zu geben. Die Deutsche Bahn Stiftung, zu der das DB Museum mit seinen Standorten in Nürnberg, Koblenz und Halle (Saale) gehört, verbindet diese Erinnerungsarbeit mit ihrem Bildungsschwerpunkt.

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