Batterietriebzüge

Artikel vom 19. August 2019
Schienenfahrzeuge

Für smarte Mobilität steht der neue Batteriezug von Bombardier. Er ist der erste seiner Art, der in den vergangenen 60 Jahren für Deutschland entwickelt wurde. Er fährt abgasfrei und mit Spitzenwerten von 90% in den Bereichen Wirkungsgrad und Recycelbarkeit die Standards.

Emissionsfrei, energieeffizient und geräuscharm – mit diesen Merkmalen punktet der neue Batteriezug von Bombardier Transportation, der bei einer Jungfernfahrt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. »Wir wollen den Bahnverkehr weiter elektrifizieren. Ein Zug, der seine Batterien im Fahren an der Oberleitung aufladen kann, ist hierfür ein Riesenschritt und Innovation pur«, erklärte Staatssekretär Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr. »Auf nicht- oder nur teilelektrifizierten Strecken heißt es dann: weg vom Diesel auf der Schiene – hin zu sauberer und umweltfreundlicher Mobilität.« Der neue Batteriezug ist der erste seiner Art, der in den vergangenen 60 Jahren für Deutschland entwickelt wurde. Er fährt abgasfrei und setzt mit Spitzenwerten von 90 % in den Bereichen Wirkungsgrad und Recycelbarkeit die Standards für smarte Mobilität. Zudem ist er etwa um die Hälfte leiser als moderne Dieselzüge. Laut einer Vergleichsstudie der TU Dresden hat der Batterietriebzug auch bei der Gesamtkostenbetrachtung über die komplette Laufzeit von 30 Jahren deutlich die Nase vorn. »Mit unserem neuen Batteriezug setzen wir eine echte Innovation auf die Schiene«, so Michael Fohrer, Deutschlandchef von Bombardier Transportation. »Dieser Zug ist Bombardiers technologische Antwort auf aktuelle Herausforderungen wie Luftverschmutzung, Klimawandel und Ressourcenknappheit. Rund 40 % des deutschen Schienennetzes sind nicht elektrifiziert. Hier ist der Bombardier-Batteriezug ökonomisch und ökologisch eine attraktive Option.« Generell ist laut Bombardier die Perspektive für den Batteriezug positiv. Die Reichweite wächst proportional zur kontinuierlichen Leistungssteigerung neuer Batterieentwicklungen. Der aktuelle Prototyp ist mit vier Bombardier Mitrac-Traktionsbatterien ausgestattet und kann Strecken von rund 40 km zurücklegen – 2019 kann die nächste Fahrzeuggeneration des Batteriezuges schon nicht elektrifizierte Strecken bis zu 100 km befahren. Die DB startet 2019 in der Region Alb-Bodensee mit dem aktuellen Prototypen einen zwölfmonatigen Testbetrieb mit Fahrgästen. Die Entwicklung des Batteriezuges wird im Rahmen eines Innovationsprogramms für Elektromobilität mit vier Millionen Euro von der Bundesregierung gefördert. Zu den Projektpartnern zählen die DB Regio-Tochtergesellschaft DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sowie die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie und die TU Berlin.

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