PRO BAHN fordert Elektrifizierungslücken zu schließen

Artikel vom 2. April 2026
Infrastruktur / Fahrwegtechnik

Der Fahrgastverband PRO BAHN drängt auf eine zügige Elektrifizierung zentraler Bahnstrecken. Eine in Hof verabschiedete Resolution nimmt insbesondere die Franken-Sachsen-Magistrale in den Blick und fordert konkrete Schritte von Bund und Infrastrukturbetreiber.

Göltzschtalbrücke an der Franken-Sachsen-Magistrale: Auf sächsischer Seite ist die Strecke bereits elektrifiziert (Bild: PRO BAHN).

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat auf seinem Bundesverbandstag in Hof (Saale) eine Resolution zur beschleunigten Schließung großer Elektrifizierungslücken im deutschen Schienennetz verabschiedet. Im Fokus steht die Franken-Sachsen-Magistrale zwischen Nürnberg, Marktredwitz und Hof sowie die Verbindung nach Cheb in Tschechien.

»Wir tagen hier in Hof an einer der größten Elektrifizierungslücken im deutschen Schienennetz«, erklärte Marco Kragulji, Vorsitzender von PRO BAHN in Bayern. Rund 180 Kilometer zwischen Nürnberg und Hof beziehungsweise Schirnding seien nicht elektrifiziert, obwohl die Strecke Teil des transeuropäischen Kernnetzes sei und dem Personen- und Güterverkehr diene. Auf sächsischer und tschechischer Seite sei die Strecke bereits elektrifiziert.

Der Verband fordert, dass der Bund der DB InfraGO unverzüglich den Planungsauftrag für die Elektrifizierung erteilt. Eine Neubewertung habe 2025 ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis ergeben. Die ab 2029 geplante Erneuerung der Pegnitztal-Brücken solle mit der Elektrifizierung gebündelt werden, um Sperrzeiten zu reduzieren. Zudem müssten Deutschland und die Tschechische Republik die Elektrifizierung des Grenzübergangs Schirnding–Cheb gemeinsam vorantreiben und dafür auch europäische Fördermittel nutzen.

PRO BAHN spricht sich darüber hinaus für eine gesicherte Finanzierung aus und fordert ein gesetzlich verankertes Elektrifizierungsziel von mindestens 80 Prozent bis 2035. Der Anteil elektrifizierter Strecken im Bundesschienennetz liegt derzeit bei 62 Prozent. Außerdem fordert der Verband vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine prioritäre Elektrifizierung von Grenzübergängen, um den grenzüberschreitenden Verkehr zu stärken.

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