Marktführer bei E-Stadtbussen in Deutschland

Artikel vom 22. Mai 2026
Solobusse

Mit dem »Citaro« gehört Mercedes-Benz seit Jahrzehnten zu den prägenden Herstellern im europäischen Stadtbusverkehr. Die Baureihe wurde kontinuierlich weiterentwickelt – vom klassischen Diesel- und Low-Entry-Bus über erste Brennstoffzellen-Versuche bis hin zum heutigen batterie-elektrischen »eCitaro«, der inzwischen Marktführer bei Elektrobussen in Deutschland ist. Ergänzt wird das Angebot durch den neuen Elektro-Überlandbus »eIntouro«.

Der erste Mercedes-Benz »eCitaro« für die Hamburger Hochbahn AG (Bild: Daimler AG).

Seit 1997 bietet Mercedes seinen Erfolgstyp »Citaro« an, einen 12 m langen Niederflur-Stadtwagen für rund 100 Fahrgäste. Von Anfang an gab es auch eine Version für Überlandverkehr (»Citaro Ü«), 2005 kam auch die Low-Entry-Version »Citaro LE« hinzu, äußerlich zu erkennen an einem über dem Hinterwagen leicht erhöhten Dach. Es ist Mercedes gelungen, die Stufe im Wageninneren im äußeren Erscheinungsbild kaum sichtbar werden zu lassen.

Schon 2002 und 2003 unternahm Mercedes erste Versuche mit »Citaro« mit Brennstoffzellen-Antrieb. Wagen dieses Typs »O 530 BZ« gingen an die Hamburger Hochbahn und an die Stuttgarter Straßenbahnen. Doch obwohl die Busse ihren Dienst durchaus ordentlich versahen, wurde die Brennstoffzellen-Technik zunächst nicht weiter verfolgt.

Seit Ende 2018 gibt es den Bus auch als »eCitaro« mit batterie-elektrischem Antrieb, die ersten Wagen gingen an die Hamburger Hochbahn. 2022 ergänzte Mercedes sein Angebot an Elektrobussen noch um eine Variante mit einem Range-Extender: eine Brennstoffzelle, die Toyota zuliefert, läuft ständig mit und speichert Strom in die Fahrbatterien des Busses, dessen Reichweite sich damit verdoppelt.

Der Mercedes »eCitaro« ist aktuell Marktführer bei den Elektrobussen in Deutschland – in Europa muss man den Spitzenplatz einem Wettbewerber aus Polen überlassen. Doch Mercedes gewinnt immer mehr neue Kunden für sein elektrisches Erfolgsmodell. Gebaut wird der Mercedes »eCitaro« in Werk Mannheim. Und die Nachfrage nach Elektrobussen ist inzwischen so groß, dass aus Werk Mannheim heute nur noch Elektrobusse kommen. Natürlich bietet die Marke mit dem Stern ihn auch als  Diesel- oder Diesel-Hybrid an, aber diese kommen heute aus Werk Holysov in der tschechischen Republik oder aus Werk Lingny-en-Barrois in Frankreich.

Der Überlandbus ist auch als batterieelektrischer „eIntouro“ erhältlich (Bild: Daimler).

Neu im Portfolio von Daimler Buses ist seit dem Herbst 2025 auch der Überlandbus »Intouro« sowie als batterie-elektrischer Bus »eIntouro«. Es gibt ihn in den Längen von 12.200 mm mit 50 Sitzplätzen und 13.090 mm mit 63 Sitzplätzen. Lieferbar ist er sowohl mit einfachbreiter als auch mit doppeltbreiter Mitteltür.  Angetrieben wird der »eIntouro« durch zentral eingebaute Drehstrom-Asynchronmotoren mit einer Leistung von 400 kW. Seine beiden Batteriepakete mit der Zellchemie Lithium-Eisen-Phosphat haben zusammen eine Kapaziät von 400 kWh, was dem Wagen eine Reichweite von 500 km verleiht.

Für das kommende Jahr 2027 kündigt Mercedes an, seinen Stadtbus »Conecto« auch nach Deutschland liefern zu wollen. Die Baureihe »Conecto« gibt es schon lange, sie ist eine preisgünstigere Alternative zur Linienbus-Baureihe Citaro und wird im Lohnauftrag beim türkischen Busbauer Otokar in dessen Werk in Sakarya gebaut. Bislang war er nicht für den deutschen Markt bestimmt – interessant, dass Mercedes davon jetzt abgeht.

 

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