Plattformtreppe für sichere Wartung von Elektrobussen

Artikel vom 3. Juli 2026
Sonstiges

Für Servicearbeiten an Elektrobussen braucht es sicheren Zugang zum Fahrzeugdach. Hymer Steigtechnik zeigt in einem Anwenderbericht, wie eine »Plattformtreppe mit Arbeitskorb« Wartung, Bauteiltransport und Arbeiten in engen Werkstätten unterstützt.

Aufgang zur Bühne am Elektrobus: Die Lösung ermöglicht sicheren Zugang zum Dach von Elektrobussen auch unter beengten Werkstattbedingungen. (Bild: HYMER-Steigtechnik)

Elektrobusse verändern den Alltag in Buswerkstätten. Klimaanlagen, Lüftungsmodule und Hochvolt-Komponenten sitzen häufig auf dem Dach und müssen regelmäßig gewartet, geprüft oder ausgetauscht werden. Die Arbeiten finden in Höhen von bis zu 3,5 Metern statt, oft unter engen Platzverhältnissen und mit schweren Bauteilen. Klassische Steigtechnik reicht dafür nicht immer aus, weil Zugang, Standfläche und Absturzsicherung zugleich passen müssen.

Ein Schweizer Nutzfahrzeug-Servicebetrieb hat deshalb gemeinsam mit Hymer Steigtechnik eine »Plattformtreppe mit Arbeitskorb« umgesetzt. Die fahrbare Lösung ist auf Servicearbeiten an modernen Bussen ausgelegt und soll Werkstattabläufe unterstützen, ohne zusätzliche Antriebstechnik zu benötigen. Wichtig waren ein geringer Platzbedarf, eine einfache Handhabung, ein spaltfreier Anschluss an das Fahrzeug und ein gesicherter Arbeitsbereich. Eingesetzt werden kann die Konstruktion sowohl in der Halle als auch im Außenbereich.

Anforderungen aus der Werkstatt

Der Betrieb betreut Busse, Nutzfahrzeuge und Anhänger in der Nordwestschweiz. Zum Standort gehören Werkstatt, Fahrzeugverkauf und Ersatzteillager. Mit dem wachsenden Anteil von Elektrobussen in den Flotten rückt neben Qualifikation und Diagnoseequipment auch die Infrastruktur stärker in den Fokus. Während bei Dieselbussen oft nur einzelne Dachkomponenten relevant sind, konzentriert sich beim Elektrobus ein größerer Teil der Technik auf dem Fahrzeugdach. Für das Werkstattpersonal bedeutet das regelmäßige Arbeiten in Höhen zwischen 2,80 und über 3,50 Metern.

Modulare Konstruktion für enge Bereiche

Umgesetzt wurde die Bühne auf Basis eines modularen Baukastensystems. Normgerechte Standardkomponenten aus Aluminium und Stahl wurden zu einer individuellen Konstruktion kombiniert. Das verkürzt die Entwicklung und ermöglicht spätere Anpassungen, falls sich Anforderungen im Betrieb ändern.

Zur Ausstattung gehören leichtgängige Lenkrollen mit Zentralbremse, damit sich die Bühne präzise positionieren lässt und während der Arbeit sicher steht. Treppe und Plattform sind über eine Schnellverbindung gekoppelt. Beim Verschieben reduziert diese Bauweise den Platzbedarf, im Einsatz lässt sich die Einheit zügig verbinden. Der ausklappbare Arbeitskorb vergrößert die Arbeitsfläche auf dem Busdach und schafft einen umlaufend gesicherten Bereich für bis zu zwei Personen.

Weitere Merkmale sind beidseitige Handläufe, eine Durchgangssicherung und ein integrierter Kantenschutz am Fahrzeug. Alle Tritt- und Arbeitsflächen bestehen aus Stahlgitterrosten mit Rutschhemmung der Klasse R12. Das unterstützt den sicheren Stand auch bei Feuchtigkeit oder Verschmutzung.

Normen, Nutzung und Perspektive

Arbeiten in der Höhe unterliegen klaren Vorgaben. Grundlage sind unter anderem die Betriebssicherheitsverordnung sowie in der Schweiz relevante Normen wie EN 131 und EN 14122. Sie definieren Anforderungen an Konstruktion, Nutzung und Prüfung der eingesetzten Arbeitsmittel.

Das Projekt zeigt, dass die Elektrifizierung des Busverkehrs nicht nur Diagnosetechnik und Personalqualifikation betrifft. Auch die physische Werkstattinfrastruktur muss zu den Fahrzeugen passen, sonst können Wartungsarbeiten zum Engpass werden. Eine passend ausgelegte Arbeitsbühne unterstützt sichere Abläufe, erleichtert den Transport schwerer Komponenten auf Dachniveau und bringt Flexibilität in den Werkstattalltag.

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