Arverio vermittelt Lokführer:innen und bildet Fachkräfte für EVU aus

Artikel vom 21. Juli 2026
Sonstige Dienstleistungen

Arverio bietet EVU Unterstützung bei Personalengpässen: Mit Recruiting, Ausbildung und Arbeitnehmerüberlassung sollen kurzfristig Fachkräfte bereitgestellt und längerfristig Triebfahrzeugführer:innen für den Bahnbetrieb aufgebaut werden.

Arverio gewinnt Lokführer:innen und bildet sie aus – für den Betrieb der eigenen Züge und für andere Eisenbahnunternehmen. (Bild: Arverio/Winfried Karg)

Das Eisenbahnverkehrsunternehmen Arverio erweitert sein Angebot für andere Eisenbahnunternehmen. Im Mittelpunkt stehen Arbeitnehmerüberlassung, Ausbildung und Recruiting für Triebfahrzeugführer:innen. Damit sollen Betriebe Personalengpässe kurzfristig überbrücken und bei längerfristigem Bedarf gezielt neue Fachkräfte aufbauen können.

Das Angebot richtet sich an EVU, die im laufenden Betrieb kurzfristig Unterstützung benötigen oder Personal für den Fahrbetrieb qualifizieren möchten. Die Leistungen sind modular angelegt und verbinden Arbeitnehmerüberlassung, eigenen Fahrbetrieb sowie eine EBA-zertifizierte Ausbildungs- und Prüfungsakademie. Bei Bedarf können zusätzliche Qualifizierungen wie LZB oder ETCS sowie Überwachungsfahrten am Simulator eingebunden werden.

Recruiting und Ausbildung aus der Praxis

Das Unternehmen fährt im Auftrag des Landes Baden-Württemberg und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft Regionalzugverkehr mit mehr als 20 Mio. Zugkilometern pro Jahr. Seit dem Start des Zugbetriebs 2019 wurde die Suche nach geeigneten Mitarbeiter:innen und deren Ausbildung weiter professionalisiert. Nach Angaben des Unternehmens gehen monatlich durchschnittlich 3.500 Bewerbungen für verschiedene Berufsgruppen ein.

Ein Schwerpunkt liegt auf Triebfahrzeugführer:innen, die im allgemeinen Sprachgebrauch häufig Lokführer:innen genannt werden. Beide Begriffe beschreiben die Fachkräfte, ohne die kein Zug im Regelbetrieb fährt. Die Ausbildung ist auch für Quereinsteiger:innen aus anderen Berufen möglich, verlangt aber eine entsprechende Qualifizierung. Im Jahr 2025 haben 142 Triebfahrzeugführer:innen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Unterstützung für den laufenden Bahnbetrieb

Mit dem neuen Dienstleistungsangebot ordnet sich das Unternehmen als qualitätsorientierter Personaldienstleister ein, der über klassische Arbeitnehmerüberlassung hinausgeht. Erste Kund:innen wurden bereits mit Personal unterstützt, weitere Gespräche laufen laut Mitteilung. Für die eingesetzten Lokführer:innen werden tariflich abgesicherte Bedingungen und ein Rückkehrrecht in die operativen Gesellschaften genannt.

Regionalverkehr in Bayern und Baden-Württemberg

Zur Unternehmensgruppe gehören Betriebsgesellschaften in Bayern und Baden-Württemberg. In Baden-Württemberg wird das Stuttgarter Netz mit Remsbahn, Residenzbahn, Filstalbahn und Frankenbahn sowie die Murrbahn betrieben. Zusammen entspricht das rund 10,8 Mio. Zugkilometern pro Jahr.

In Bayern werden das E-Netz Allgäu von München über Memmingen nach Lindau sowie das Augsburger Netz mit Verbindungen von München über Augsburg nach Ulm, Würzburg und Aalen bedient. Dort kommen weitere rund 10,3 Mio. Zugkilometer pro Jahr hinzu. Alleingesellschafterin der Deutschland-Gesellschaft ist die ÖBB-Personenverkehr AG.

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