»Account-based Ticketing« erleichtert den Zugang zum ÖPNV

Artikel vom 26. August 2026
Elektronische Fahrgeldmanagementsysteme

»Account-based Ticketing« kann den Einstieg in Bus und Bahn vereinfachen: Fahrgäste nutzen Karte oder Smartphone, das System berechnet automatisch. HanseCom erläutert, wie das Verfahren Fehlkäufe reduziert, Preise transparent macht und Gelegenheitsfahrende sowie Gäste anspricht.

Das Verfahren vereinfacht den ÖPNV-Zugang für verschiedene Zielgruppen – vom Gelegenheitsfahrenden bis zur Familie. (Bild: INIT)

Komplexe Tarife, ein umständlicher Ticketkauf und die Sorge vor dem falschen Fahrschein halten Gelegenheitsfahrende sowie Touristinnen und Touristen oft davon ab, Bus und Bahn zu nutzen. »Account-based Ticketing« setzt genau an dieser Stelle an: Statt vor Fahrtantritt Tarifzonen, Ticketarten oder Tageskarten zu prüfen, halten Fahrgäste ihre Kreditkarte oder ihr Smartphone an einen Validator und steigen ein. Die Abrechnung läuft anschließend automatisch im System.

Für Verkehrsunternehmen sind diese Zielgruppen mit hohen Vertriebskosten verbunden, bieten zugleich aber Potenzial. Wenn der Zugang zum ÖPNV einfacher wird, können mehr Menschen Bus und Bahn nutzen. Das unterstützt zusätzliche Ticketeinnahmen und zahlt auf die Mobilitätswende ein. HanseCom beschreibt das Verfahren daher vor allem aus Sicht der Fahrgäste.

Einsteigen ohne Tarifwissen

Der Ticketkauf wird auf wenige Handgriffe reduziert. Passendes Bargeld, ein vorher ausgewähltes Ticket oder eine zwingend installierte App sind nicht erforderlich. Fahrgäste können Alltagsmedien verwenden, die sie ohnehin bei sich tragen, etwa Bankkarte oder Smartphone. Das senkt die Einstiegshürde besonders für Menschen, die den ÖPNV nur gelegentlich oder in einer fremden Stadt nutzen.

Da die Fahrt im Hintergrund erfasst und abgerechnet wird, müssen sich Fahrgäste nicht vorab mit Tarifstrukturen beschäftigen. Das reduziert auch das Risiko von Fehlkäufen. Wer den Tarif nicht genau kennt, läuft nicht Gefahr, versehentlich zu viel zu bezahlen oder mit einem ungültigen Ticket unterwegs zu sein.

Automatische Abrechnung mit Bestpreislogik

Eine Bestpreislogik kann alle Fahrten innerhalb eines definierten Zeitraums berücksichtigen, etwa pro Tag, Woche oder Monat. Auf dieser Grundlage ermittelt das System den passenden Fahrpreis. Fahrgäste müssen also nicht vorab einschätzen, ob sich ein Einzelfahrschein, eine Tageskarte oder ein anderes Angebot für ihr Nutzungsverhalten lohnt.

Zusätzlich sorgt das persönliche Kundenkonto für Transparenz. Dort werden Fahrten automatisch erfasst und nachvollziehbar abgerechnet. Fahrgäste können einsehen, wann sie welche Strecke gefahren sind und welche Kosten entstanden sind. Das schafft Überblick über die eigene Nutzung und macht die Abrechnung nachvollziehbar.

Informationen auf der InnoTrans

Vom 22. bis 25. September 2026 ist INIT auf der InnoTrans in Berlin vertreten und steht dort für Fragen rund um das Verfahren zur Verfügung. Interessierte finden die INIT Group in Halle 2.1, Stand 425.

Das Unternehmen entwickelt Softwarelösungen für den öffentlichen Personennahverkehr und gehört zur INIT Gruppe. Das Portfolio umfasst unter anderem überregionales mobiles Ticketing, Mobilitätsplattformen, Kundenmanagementlösungen, eine Deutschlandticket-App sowie Lösungen für Abo-Selbstverwaltung in Echtzeit. Der Hauptsitz befindet sich in Hamburg.

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