Förderung für Grünen Mobilhof in Bergisch Gladbach bewilligt

Artikel vom 27. August 2026
Ausrüstung von Bahnhöfen und Haltestellen

Die Regionalverkehr Köln GmbH erhält 29,5 Millionen Euro Förderung für den Grünen Mobilhof in Bergisch Gladbach. Der Betriebshof kombiniert Wasserstoffproduktion, Ladeinfrastruktur für E-Busse, Werkstattflächen und ökologische Gebäudetechnik.

Personen auf dem Bild von links nach rechts: Tülay Durdu (Landtagsabgeordnete des Rheinisch-Bergischen Kreis), Martin Lucke (Landtagsabgeordneter des Rheinisch-Bergischen Kreis), Dr. Marcel Frank (Geschäftsführer der Regionalverkehr Köln GmbH) Marcel Kreutz (Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach), Oliver Krischer (Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen), Peter Lautz (Erster stellvertretender Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreis), Svenja Udelhoven (Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalverkehr Köln GmbH), Dr. Reimar Molitor (Geschäftsführer der REGIONALE 2025 Agentur GmbH), Holger Fritsch (Bereichsleiter ÖPNV-Investitionsförderung und Regionale Mobilitätsentwicklung der go.Rheinland GmbH) und Dr. Norbert Reinkober (Geschäftsführer der go.Rheinland GmbH) (Bild: Regionalverkehr Köln GmbH RVK)

Für den Bau des Grünen Mobilhofs in Bergisch Gladbach liegen zwei Förderbescheide über insgesamt 29,5 Millionen Euro vor. Die Regionalverkehr Köln GmbH erhält die Mittel über die Bewilligungsbehörde go.Rheinland. Rund 8,6 Millionen Euro entfallen auf den Grundstückserwerb, die Herrichtung des Geländes und die Flächen der Abstellanlage. Weitere rund 20,9 Millionen Euro sind für technische Einrichtungen vorgesehen, darunter die Wasserstofftankstelle, der Elektrolyseur, Ladeeinrichtungen für Elektrobusse und spezifische Werkstattausstattung.

Auch auf der Baustelle geht es voran. Nach umfangreichen Bodenarbeiten sollen die Rohbauarbeiten im kommenden Herbst abgeschlossen sein. Der Kostenrahmen liegt weiterhin bei rund 60 Millionen Euro. Nach aktuellem Stand wird auch der Zeitplan eingehalten. Als erster Bestandteil soll Ende des Jahres die Wasserstoffeinheit fertiggestellt werden und anschließend in Betrieb gehen. Die Arbeiten an den Gebäudekomplexen sollen voraussichtlich Mitte 2027 abgeschlossen sein.

Betriebshof für Wasserstoff- und Elektrobusse

Der neue Standort umfasst eine Inspektionshalle, ein Parkdeck, ein Verwaltungsgebäude, eine Fahrzeugwaschanlage, einen Buscarport und eine Wasserstofftankstelle mit eigener Produktion. Mehr als 40 Busse sollen dort Platz finden. 32 Stellplätze werden mit E-Ladesäulen ausgestattet. Durch die direkte Anbindung an die Friedrich-Ebert-Straße und die nahe Autobahnanschlussstelle Bensberg ist der Betriebshof verkehrlich angebunden.

Das technische Herzstück bildet die Wasserstoffanlage mit Tankstelle und Elektrolyseur. Dieser kann 36 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde produzieren. Ein Wasserstoffbus verfügt in der Regel über einen Tank mit 16 Kilogramm Fassungsvermögen. Damit können rechnerisch etwas mehr als zwei Tankfüllungen pro Stunde erzeugt werden. Zur Verflüssigung und Verdichtung wird der Wasserstoff in der Anlage auf minus 40 Grad Celsius abgekühlt.

Ökostrom und Abwärmenutzung

Für die Herstellung von grünem Wasserstoff soll ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen genutzt werden. Dafür wurde die Stromversorgung ausgeschrieben; infrage kommen Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Künftig muss regelmäßig nachgewiesen werden, dass zum Zeitpunkt der Wasserstoffproduktion Strom aus den beauftragten Anlagen ins Netz eingespeist wird.

Bei der Elektrolyse entsteht Abwärme. Diese wird vor Ort als Nahwärme für die Gebäude genutzt. Zusätzlich dient sie dazu, die Zufahrt zum Betriebshof und die Waschanlage frostfrei zu halten. Damit werden Energieflüsse innerhalb des Projekts gekoppelt und für den Betrieb nutzbar gemacht.

Ökologische Gebäudetechnik

Auf allen freien Dachflächen sind Begrünungen und Photovoltaikanlagen vorgesehen. Die extensiven Dachbegrünungen sollen die Biodiversität fördern. Die Solarzellen decken den Eigenbedarf an Strom des Standorts, ausgenommen ist der Elektrolyseur. Überschüssiger PV-Strom kann in Batterien zwischengespeichert und anschließend zum Laden der E-Busse genutzt werden.

Auch der Umgang mit Wasser ist in das Konzept eingebunden. Niederschlagswasser wird über die Dächer aufgefangen und zur Bewässerung der Grünanlagen eingesetzt. Die Fahrzeugwaschanlage arbeitet mit einem geschlossenen Wasserkreislauf, in dem das Waschwasser aufbereitet wird. Frischwasser muss dadurch nur in geringem Umfang ergänzt werden, etwa zum Ausgleich von Verdunstung.

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