»Schindler X8«: Aufzug ohne Betonschacht in den Schweizer Alpen

Artikel vom 1. September 2026
Ausstattung allgemein

Am Männlichen in Grindelwald zeigt »Schindler X8«, wie Aufzüge ohne Betonschacht, Grube und Kopfraum installiert werden können. Zwei betriebsbereite Anlagen in einer temporären Hauskonstruktion machten die Anwendung für Neubau und Modernisierung erlebbar.

(Bild: Schindler Management Ltd.)

Mit »Schindler X8« wurde auf dem Männlichen in Grindelwald gezeigt, wie sich ein Aufzugssystem in einer temporären, hausähnlichen Konstruktion installieren lässt. In dem Aufbau in den Berner Alpen waren zwei betriebsbereite Einheiten eingebaut. Die Vorführung sollte sichtbar machen, welche Spielräume sich für Architektur, Renovierung und Mobilität in Wohngebäuden ergeben, wenn klassische bauliche Anforderungen reduziert werden.

Das System benötigt laut bereitgestelltem Material keinen Betonschacht, keine Grube und keinen Kopfraum. Für die Türfront ist lediglich ein einseitiger Wandausschnitt erforderlich. Die Stromversorgung erfolgt über einen üblichen 230-V-Einphasenanschluss. Damit adressiert die Lösung Anwendungen in neuen und bestehenden Wohngebäuden, bei denen der nachträgliche Einbau eines Aufzugs sonst mit hohem baulichem Aufwand verbunden wäre.

Temporärer Aufbau mit zwei betriebsbereiten Anlagen

Der Auftritt in Grindelwald war die dritte Station einer Produkttour nach der Global Elevator Exhibition in Mailand und der Swissbau in Basel. Für den Termin in den Schweizer Alpen wurde der modulare Aufbau auf den Berg transportiert und innerhalb von zwei Tagen mit zwei vollständig funktionsfähigen Aufzügen ausgestattet. Dazu war eine enge Abstimmung mit lokalen Partnern nötig, unter anderem für den Transport der Module über schmale Bergstraßen und die Vorbereitung des temporären Hauses.

Mehr als 500 Gäste aus der Schweiz besuchten die Vorführung, darunter Architektinnen und Architekten, Immobilienverantwortliche, Bauunternehmen und Investoren. Vor Ort konnten sie die Anlagen nutzen, die Materialien von sechs kuratierten Innenausstattungspaketen ansehen, den Online-Konfigurator testen und mögliche Anwendungen für eigene Projekte diskutieren. Zusätzlich war die Installation an zwei Tagen für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ansatz für Modernisierung und Retrofit

Ein Schwerpunkt lag auf Modernisierungs- und Nachrüstprojekten. Gerade in der Schweiz gibt es viele Wohngebäude, die vor heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit errichtet wurden. Im Material wird darauf verwiesen, dass rund 80 % des Gebäudebestands vor dem Jahr 2000 entstanden sind, viele davon in den 1970er- und 1980er-Jahren. In solchen Häusern fehlt häufig ein Aufzug, obwohl Bewohnerinnen und Bewohner möglichst lange in ihren Wohnungen bleiben möchten.

Die gezeigte Bauweise kann dort ansetzen, wo Schacht, Grube oder Kopfraum bislang zentrale Hürden waren. Dadurch ergeben sich Optionen für Gebäude, in denen eine konventionelle Aufzugslösung nur schwer oder mit hohen Kosten realisierbar wäre. Die Vorführung machte außerdem deutlich, dass der Montageprozess durch modulare Elemente beschleunigt werden kann.

Konfiguration und Planung

Neben der Installation selbst spielte der digitale Bestell- und Planungsprozess eine Rolle. Der Online-Konfigurator soll Spezifikation und Bestellung klarer, schneller und transparenter machen. Kundinnen und Kunden konnten vor Ort nachvollziehen, wie Materialien, Ausstattungen und Projektanforderungen zusammengeführt werden.

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