DB Museum zeigt Ausstellung zu Tunnelbau und Eisenbahn-Unterwelt
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Das DB Museum zeigt mit »Tunnel« ab 3. Juli 2026, wie Eisenbahnröhren entstehen und warum sie für Netze wichtig sind. Rund 200 Objekte, Bilder und Dokumente führen vom historischen Bau über aktuelle Projekte bis zur Unterwelt der Städte. Ein Programm für Familien begleitet die Schau.

Bau des Fildertunnels in Stuttgart (Bild: DB AG/Arnim Kilgus)
Ab dem 3. Juli 2026 führt das DB Museum Nürnberg mit der Ausstellung »Tunnel« auf 500 Quadratmetern in die Unterwelt der Eisenbahn. Rund 200 Objekte, Bilder und Dokumente zeigen, wie sich der Bau unterirdischer Röhren entwickelt hat, welche Rolle sie für Bahnstrecken spielen und warum sie Menschen bis heute beschäftigen. Der thematische Bogen reicht von der Ostsee bis zu den Alpen und verbindet historische Verfahren mit aktuellen Infrastrukturprojekten. Neben technischen Aspekten greift die Schau auch die Arbeit von Mineuren sowie Höhlenforschern auf, die bei Grabungsarbeiten entdeckte Hohlräume erkunden konnten.
Vom Gebirge bis unter die Stadt
Der Bau unterirdischer Eisenbahnstrecken wurde vor allem mit der Entwicklung des Schienenverkehrs vor rund 200 Jahren wichtig. Züge benötigen große Radien und geringe Steigungen. Um Gebirge zu durchqueren oder hügelige Landschaften zu überwinden, mussten Ingenieure deshalb neue Lösungen finden. Im 19. Jahrhundert wurde der Tunnelbau zu einem zentralen Feld der Ingenieurtechnik. Davon profitierten später auch andere Bereiche wie U-Bahnen und Kanalisationen. Mit der Industrialisierung wurde der Raum unter der Erde zunehmend erschlossen.
Seit dem späten 20. Jahrhundert hat der Bau unterirdischer Verkehrswege erneut an Bedeutung gewonnen. Die Ausstellung stellt unter anderem den Fehmarnbelttunnel zwischen Dänemark und Deutschland, die Tunnel der Projekte Stuttgart 21 und VDE 8 sowie den Gotthardbasistunnel in den Alpen vor. Auch die Technik hinter solchen Vorhaben wird erläutert, etwa Bohrmaschinen, die sich durch Gestein arbeiten und dabei komplexe Vortriebsprozesse ermöglichen.
Mitmachangebote für Kinder und Familien
Für Kinder ab dem Lesealter gibt es eine eigene Erzählspur. Mit den Zwergen Theo, Tina und Toby Tunnler können junge Gäste eine Rallye absolvieren. Dabei erfahren sie, warum die Eisenbahn unterirdische Strecken benötigt, wie eine Tunnelbohrmaschine funktioniert und was ein Tunnelknall ist. Wer alle Aufgaben löst, erhält eine kleine Überraschung, solange der Vorrat reicht. Interaktive Exponate, Mitmachstationen und ein kleiner Kriechtunnel richten sich an Familien und machen technische Zusammenhänge anschaulich.
Magazin, Führungen und Ferienprogramm
Begleitend zur Schau erscheint ein 112 Seiten starkes Magazin. Es erklärt Tunnelbautechniken, erzählt historische Entwicklungen nach und beleuchtet große Bauprojekte. Themen reichen vom Dynamit bis zur Tunnelbohrmaschine. Zehn Spaß- und Rätselseiten ergänzen Reportagen und Bilderstrecken. Das Magazin kostet 8,50 Euro und ist im Museum sowie über den museumseigenen Onlineshop erhältlich.
Auch das Rahmenprogramm greift die Inhalte auf. In den Sommerferien wird am 12. und 13. August ein Workshop mit Beton für Kinder angeboten. Zum »Tag der Schiene« im September stellt das Haus gemeinsam mit der DB InfraGO den Güterzugtunnel Fürth vor; Termine sind der 18. und 20. September. Kostenfreie Sonntagsführungen starten ab 5. Juli jeweils um 12:30 Uhr. Rundgänge mit dem Ausstellungsteam am 26. Juli, 25. Oktober und 29. November geben zusätzliche Einblicke in den Entwicklungsprozess.


