Geschäftsreisen per Bahn: Eurostar erweitert Firmenangebot

Artikel vom 18. September 2026
Schienenfahrzeuge

Eurostar erweitert sein Angebot für Geschäftsreisen in Europa. Das neue »Corporate Programme« bündelt Firmenkonditionen für ganzjährig bediente Verbindungen und wird durch zusätzliche Vertriebswege, API-Anbindungen und Optionen für Nachhaltigkeitsberichte ergänzt.

(Bild: Eurostar International Limited)

Eurostar baut sein Angebot für Geschäftsreisende in Europa aus. Seit dem 1. September 2026 bietet das Bahnunternehmen mit dem »Corporate Programme« ein neues Firmenkundenprogramm an, das den Zugang zum gesamten Streckennetz vereinfachen soll. Unternehmen können damit im Rahmen eines Vertrags alle ganzjährig bedienten Verbindungen nutzen. Bisher galten Firmenverträge teilweise nur für einzelne Strecken.

Der Geschäftsreiseverkehr entwickelt sich nach Unternehmensangaben weiter positiv. 2025 beförderte das Bahnunternehmen 20 Millionen Reisende, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Auch seit Beginn dieses Jahres verzeichnet der Anbieter weiteres Wachstum. Das neue Programm soll Firmenkunden einheitlichere Konditionen und mehr Flexibilität für internationale Bahnreisen bieten.

Zwei Stufen für Firmenkunden

Das Firmenkundenprogramm umfasst zwei Stufen. Unternehmen mit jährlichen Ausgaben ab 50.000 Euro erhalten Vorzugstarife, flexiblere Konditionen und einheitliche Leistungen im gesamten Netz. Ab einem jährlichen Volumen von 150.000 Euro kommen persönliche Betreuung, zusätzliche Preisnachlässe und weitere Angebote für Großkunden hinzu.

Das Programm ist Teil einer breiter angelegten Strategie, mit der der Anbieter den Geschäftsreiseverkehr auf der Schiene stärken will. Dazu zählt auch der weitere Ausbau des europäischen Streckennetzes. Geplant sind unter anderem eine direkte Verbindung zwischen London und Antwerpen sowie direkte Verbindungen in die Schweiz. Zusätzlich arbeitet das Bahnunternehmen an integrierten Anschlussverbindungen mit der belgischen Bahngesellschaft SNCB.

Neue Vertriebsmöglichkeiten und API-Anbindung

Parallel zum Firmenkundenprogramm werden die Vertriebswege für Geschäftsreisen ausgebaut. Eine auf die Anforderungen von Firmenreisen ausgerichtete API soll Unternehmen ermöglichen, Verbindungen, vereinbarte Tarife und weitere Vertragsvorteile einfacher über bestehende Buchungssysteme abzurufen. Dafür schafft das Bahnunternehmen zugleich einen eigenen Rahmen für Technologieanbieter.

Auch die Firmenkundenplattform wird weiterentwickelt. Ab 2027 sollen Unternehmen Reisedaten einfacher exportieren und für Mobilitäts- sowie Nachhaltigkeitsberichte nutzen können. Darüber hinaus wird geprüft, wie sich Informationen zu den mit Geschäftsreisen verbundenen CO₂-Emissionen künftig detaillierter bereitstellen lassen.

GDS, Ticketing und langfristige Flottenplanung

Weitere Änderungen betreffen die internationalen Vertriebssysteme. Das Buchungsfenster in »GDS Air« wird auf 364 Tage erweitert. Das »9F-Ticketing« steht inzwischen in Großbritannien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, den USA und Irland zur Verfügung. Zudem soll die Zusammenarbeit mit globalen Distributionssystemen, Travel Management Companies und Technologiepartnern weiter ausgebaut werden.

Für das langfristige Wachstum verweist das Unternehmen auch auf die Flottenplanung. Der Anbieter betreibt nach eigenen Angaben mit 51 Hochgeschwindigkeitszügen ein internationales Hochgeschwindigkeitsnetz in Westeuropa und verbindet mehr als 20 Ziele in Deutschland, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien. Bei Alstom wurden bis zu 50 doppelstöckige Celestia-Züge bestellt. Die neuen Züge sollen ab Mai 2031 zum Einsatz kommen.

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