Marcopolo zeigt Paradiso G8 für den europäischen Reisebusmarkt
Omnibusse im Linienverkehr
Marcopolo stellt auf der FIAA 2026 in Madrid die Serienversion des »Paradiso G8« für Europa vor. Der Reisebus auf Volvo-B13R-Chassis ist für europäische Vorgaben angepasst; erste Verkäufe in Italien, Frankreich und Portugal sind gesichert, Auslieferungen starten 2027.

(Bild: Marcopolo S.A.)
Marcopolo nutzt die FIAA vom 22. bis 24. September 2026 in Madrid, um den nächsten Schritt seiner Europastrategie zu zeigen. Im Mittelpunkt steht die Serienversion des »Paradiso G8«, ein Reisebus auf Volvo-B13R-Chassis, der auf die betrieblichen, technischen und homologationsrelevanten Anforderungen in Europa ausgelegt ist. Erste Verkäufe an Kunden in Italien, Frankreich und Portugal sind bereits abgeschlossen; die Auslieferungen sollen 2027 beginnen.
Der Hersteller verfolgt in Europa einen langfristig angelegten Aufbau. Der anfängliche Fokus liegt auf Spanien, Italien, Frankreich und Portugal, perspektivisch sollen weitere Märkte hinzukommen. Geplant ist zudem ein erweitertes Portfolio für Fahrzeuge von 12 bis 15 Metern Länge sowie für 4×2- und 6×2-Konfigurationen. Nach der FIAA will das Unternehmen seine Präsenz unter anderem auf der IBE Intermobility & Bus Expo in Rimini und der Autocar Expo in Lyon fortsetzen.
Für europäische Anforderungen entwickelt
Die Fahrzeugentwicklung basiert auf der internationalen Erfahrung des Herstellers und der G8-Plattform, von deren Familie weltweit bereits mehr als 10.000 Einheiten in über 20 Ländern verkauft wurden. Nach der Präsentation auf der Busworld 2025 folgten Vorführungen in Italien, Frankreich und Portugal. Die Rückmeldungen der Betreiber flossen in die Weiterentwicklung für den europäischen Markt ein.
Für die Serienausführung wurde das bekannte Volvo-B13R-Chassis mit passendem Antriebsstrang gewählt. Ergänzend wurden technische Anpassungen für Homologation, Betrieb und regionale Anforderungen umgesetzt. Zu den zentralen Punkten gehören eine auf europäische Einsätze abgestimmte Karosseriestruktur, aerodynamische Verbesserungen und eine Innenausstattung mit Komponenten europäischer Zulieferer.
Leichtbau und Betriebskosten im Fokus
Ein Schwerpunkt der Entwicklung lag auf der Strukturoptimierung. Gegenüber der brasilianischen Ausführung wurde das Gewicht reduziert, unter anderem durch eine leichtere und zugleich belastbare Karosseriestruktur. Zusammen mit aerodynamischen Maßnahmen soll das die Energieeffizienz verbessern und zur Senkung der Gesamtbetriebskosten beitragen.
Der Reisebus gehört zudem zu den Finalisten des Sustainable Bus Award 2027. Die Gewinner werden während der FIAA bekanntgegeben. Für den Hersteller unterstreicht die Nominierung die Rolle der Messe als wichtigen Baustein beim Aufbau des europäischen Geschäfts.
Vertrieb und Service in mehreren Märkten
Parallel zum Produktaufbau entsteht eine eigene kommerzielle Struktur in Europa. Ein Supportnetzwerk soll noch vor den ersten Auslieferungen betriebsbereit sein, damit Kunden bereits in der Vorbereitungsphase Unterstützung erhalten.
In Italien und Frankreich erfolgt die Marktbearbeitung in Zusammenarbeit mit Volvo Buses. Dort liefert Volvo das Chassis und vertreibt das komplette Fahrzeug über das Händlernetz. Technische Betreuung und After-Sales-Leistungen sollen über das Service-Netzwerk von Volvo Trucks and Buses laufen. In Spanien und Portugal arbeitet der Hersteller mit Fahrgestellherstellern wie Volvo und Scania zusammen und tritt zugleich als unabhängiger Aufbauhersteller auf. Der Vertrieb wird über die europäische Struktur gesteuert, der Service über spezialisierte Partner mit regionaler Abdeckung.
Weltweit betreibt der Hersteller Industrieanlagen in acht Ländern, beschäftigt mehr als 15.500 Mitarbeitende und hat bisher über 500.000 Fahrzeuge in rund 140 Länder geliefert. Fünf Engineering-Zentren arbeiten an effizienteren Lösungen, darunter Leichtbaumaterialien, optimierte Fertigungsprozesse sowie gemeinsame Entwicklungsprogramme mit Fahrgestellherstellern für emissionsärmere und energieeffizientere Plattformen, auch mit hybriden und elektrifizierten Technologien.


