Führungswechsel bei Eurostar: Christophe Fanichet wird neuer CEO

Artikel vom 3. November 2026
Schienenfahrzeuge

Eurostar hat Christophe Fanichet zum neuen CEO ernannt. Er folgt zum 1. Dezember 2026 auf Gwendoline Cazenave, die ihre Mandate niedergelegt hat. Bis dahin leitet Matthieu Quyollet den Bahnbetreiber interimistisch.

Christophe Fanichet (Bild: Eurostar International Limited)

Nach vier Jahren an der Unternehmensspitze hat Gwendoline Cazenave ihre Mandate bei Eurostar niedergelegt. Zum 1. Dezember 2026 übernimmt Christophe Fanichet die Position des Chief Executive Officers. Bis zu seinem Amtsantritt führt Matthieu Quyollet, Chief Financial, Strategy and Transformation Officer und stellvertretender CEO, das Unternehmen interimistisch.

Der Verwaltungsrat würdigt Cazenaves Leistungen und ihr Engagement. In ihre Amtszeit fallen die Zusammenführung des bisherigen Angebots mit Thalys zu einer gemeinsamen Marke, die Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum, der Meilenstein von 20 Millionen Fahrgästen pro Jahr sowie die Vorbereitung strategischer Investitionen in Flotte und Kundenerlebnis.

Bilanz der Transformation

Nach Angaben des Unternehmens stieg der Umsatz seit 2022 um mehr als 30 Prozent. Die EBITDA-Marge liegt bei 18 Prozent. Zudem wurde eine Investition von zwei Milliarden Euro in eine neue Flotte von Hochgeschwindigkeits-Doppelstockzügen beschlossen. Damit soll die Grundlage für die nächste Wachstumsphase geschaffen werden.

Cazenave verweist in der Mitteilung auf die gemeinsame Transformation mit Teams und Partnern. Dazu zählt sie eine stärkere Wettbewerbsposition, ein erweitertes Streckennetz und ein neu gestaltetes Kundenerlebnis. Künftig will sie sich weiterhin darauf konzentrieren, Veränderungen zu gestalten, Wert zu schaffen und gemeinsame Ziele voranzubringen.

Erfahrung im Hochgeschwindigkeitsverkehr

Christophe Fanichet war fast 20 Jahre in leitenden Positionen innerhalb der SNCF-Gruppe tätig. Von Januar 2020 bis Juli 2026 war er Präsident und CEO von SNCF Voyageurs. Seit 2022 gehört er zudem dem Verwaltungsrat des Bahnbetreibers an.

Sein Profil umfasst strategische Erfahrung im Hochgeschwindigkeitsverkehr, im internationalen Geschäft sowie bei der Öffnung der Schienenverkehrsmärkte für den Wettbewerb in Frankreich und Europa. In der Mitteilung werden außerdem Leistungsfähigkeit und Innovation als Schwerpunkte genannt, sowohl im technischen Betrieb als auch im Service für Fahrgäste.

Fanichet sieht seine Aufgabe darin, Investitionen und Veränderungen umzusetzen, um das Wachstum in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu sichern. Dabei verweist er auf die Zusammenarbeit mit den rund 2.500 Mitarbeitenden, den Anteilseignern und Partnern.

Flotte, Netz und Anteilseigner

Mit 51 Hochgeschwindigkeitszügen betreibt das Unternehmen ein internationales Hochgeschwindigkeitsbahnnetz in Westeuropa. Bedient werden mehr als 20 Ziele in Deutschland, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Im Jahr 2025 wurden 20 Millionen Fahrgäste befördert.

Für das langfristige Wachstum wurden bei Alstom bis zu 50 »Celestia«-Doppeldeckerzüge bestellt. Sie sollen ab Mai 2031 in Betrieb gehen. Die Beteiligungsstruktur setzt sich aus SNCF Voyages Développement mit 55,75 Prozent, CDPQ mit 19,31 Prozent, SNCB mit 18,50 Prozent und dem Federated Hermes Infrastructure Fund mit 6,44 Prozent zusammen.

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