Neuer Anlauf für Ebusco
E-Busse
Trotz anhaltender Herausforderungen blickt Ebusco wieder nach vorn. Im Mittelpunkt stehen die Elektrobus-Baureihen »2.2« und »3.0«, die auf unterschiedliche technische Konzepte setzen.

Ebusco »3.0« auf der Messe »Bus2Bus« in Berlin (Bild: Christian Marquordt).
Nach schwierigen Jahren scheint sich die wirtschaftliche Lage des niederländischen Elektrobus-Herstellers Ebusco wieder zu stabilisieren. Mit neuen Investoren, ausgelagerter Produktion und innovativen Leichtbau-Konzepten setzt das Unternehmen weiterhin auf seine Elektrobus-Baureihen »2.2« und »3.0«.
Die wirtschaftliche Situation von Ebusco hat sich 2025 deutlich verbessert. Die Erträge stiegen von 10,7 Mio. Euro im Jahr 2024 auf 76,6 Mio. Euro, während sich der Verlust von 200,6 Mio. Euro auf 52,4 Mio. Euro reduzierte. Wichtig ist zudem der Einstieg des chinesischen Batterieherstellers Gotion als Miteigentümer. Das Unternehmen hält rund zehn Prozent der Aktien und ist inzwischen auch im Management von Ebusco vertreten. Zudem verhandelt Ebusco mit weiteren Investoren.
Die Produktion seiner Busse hat Ebusco ausgelagert. Im niederländischen Deurne konzentriert man sich heute auf Entwicklung und Konstruktion. Unverändert bietet Ebusco die Elektrobusse der Typen »2.2« und »3.0« an. Dabei handelt es sich um recht unterschiedliche Fahrzeuge.
Der »2.2« verfügt über einen herkömmlichen Aufbau aus Edelstahl. Seine Batterien sind teilweise auf dem Dach und teilweise im Heck untergebracht, auf der Hinterachse kommen Zwillingsreifen zum Einsatz. Die Batterien haben eine Kapazität von 350 kWh, auf Wunsch sind 400 kWh möglich. Ebusco nennt – abhängig vom Batteriesatz – eine Reichweite von bis zu 550 km. Angeboten wird der »Ebusco 2.2« in den Längen 12,0 m, 13,0 m und 13,5 m. In der 12-m-Version kann er bis zu 90 Fahrgäste befördern.
Parallel dazu wird der neue Typ »3.0« angeboten. Dessen Wagenkasten besteht aus dem Faserverbundstoff Composite, was gegenüber herkömmlichen Bussen ein deutlich geringeres Gewicht ermöglicht. Ebusco spricht von »bis zu 5000 kg«. Gewicht, das ich nicht in Bewegung setzen muss, kostet auch keine Energie. Zudem ermöglicht das geringe Leergewicht, den Bus auch auf der Hinterachse nur einfach zu bereifen.
Die »flachgeklopften« Batterien liegen unter dem völlig ebenen Fußboden, ohne dass der Wagen dadurch seine Eigenschaft als Niederflurbus verlöre. Angeboten wird der »Ebusco 3.0« als Solowagen in den Längen 12,0 m und 13,5 m. Der Hersteller nennt für ihn eine Reichweite von 700 km. Die Batterien sind mit Kapazitäten von 250, 350 oder 500 kWh lieferbar.


