DACHL-Busverbände beraten autonome Busse und Fahrpersonal

Artikel vom 1. September 2026
Service und Dienstleistungen

Beim DACHL-Treffen in der Region Bern/Thun hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen mit Verbänden aus Österreich, der Schweiz und Luxemburg über autonome Busse, Fahrpersonalmangel, Dieselpreise und weniger Bürokratie beraten.

DACHL-Treffen 2026 (v. l. n. r.): Jean Clement, Tom Stephany, Christiane Leonard, Franziska Meyer, Michel Limberis, Marc Dysil, Martin Horvath und Paul Blachnik. (Bild: Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen e.V.)

Die Busverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg sind vom 28. bis 30. August 2026 zu ihrem jährlichen DACHL-Arbeitstreffen zusammengekommen. Gastgeber war in diesem Jahr die Schweiz. In der Region Bern/Thun berieten Präsidentinnen, Präsidenten sowie Geschäftsführungen über zentrale Herausforderungen und Zukunftsthemen der Busbranche.

Im Mittelpunkt standen die geopolitische Lage und ihre Auswirkungen auf Unternehmen, insbesondere durch volatile Dieselpreise. Weitere Themen waren autonomes Fahren, der Abbau bürokratischer Hürden und der Fahrpersonalmangel. Der Austausch machte deutlich, dass viele Aufgaben die Branche in allen vier Ländern betreffen und gemeinsame Positionen auf nationaler und europäischer Ebene wichtig bleiben.

Autonome Busse als Baustein für den Nahverkehr

Einen Schwerpunkt bildete das autonome Fahren. Die Verbandsvertretenden sehen darin Chancen für den Busverkehr, wenn die Technologie sinnvoll in bestehende Mobilitätsstrukturen integriert wird. Autonome Busse könnten helfen, den Mangel an Fahrpersonal abzufedern und vor allem im ländlichen Raum das Mobilitätsangebot zu verbessern.

Entscheidend ist aus Sicht der Verbände, dass die Entwicklung nicht allein von großen Technologieunternehmen geprägt wird. Auch mittelständische Busunternehmen sollen frühzeitig eingebunden werden. Ihre praktische Betriebserfahrung kann dazu beitragen, dass autonome Angebote im Alltag funktionieren und zu den Anforderungen des Personenverkehrs passen.

Fahrpersonal und Berufszugang im Fokus

Intensiv diskutiert wurden außerdem der Fahrpersonalmangel und der Zugang zum Fahrberuf. Der Mangel stellt in allen vier Ländern viele Busunternehmen vor große Herausforderungen. Er gefährdet zunehmend die Aufrechterhaltung und den Ausbau klimafreundlicher Mobilitätsangebote.

Vor diesem Hintergrund betonten die Teilnehmenden die Bedeutung eines einfacheren und günstigeren Zugangs zum Fahrberuf. Auch die Gewinnung von Fahrerinnen und Fahrern aus Drittstaaten sowie die Anerkennung entsprechender Qualifikationen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Weniger Bürokratie, mehr digitale Verfahren

Ein weiteres Thema war der Abbau bürokratischer Belastungen. Viele Unternehmen werden weiterhin durch Dokumentations-, Nachweis- und Mitführungspflichten gebremst. Besonders kleinere und mittelständische Betriebe sind davon stark betroffen.

Bürokratieabbau müsse im Betriebsalltag spürbar werden. Dafür sollten bestehende Vorgaben auf ihre Notwendigkeit geprüft und Verfahren stärker digitalisiert werden. Auch beim Umgang mit Dieselpreisen zeigte sich im Austausch, dass die Regierungen im DACHL-Raum unterschiedliche Maßnahmen zur Abfederung von Härten umsetzen.

Das Treffen hat aus Sicht der Präsidentinnen, Präsidenten und Geschäftsführungen erneut gezeigt, wie wichtig der kontinuierliche Austausch der Schwesterverbände ist. Die Herausforderungen der Busbranche machen nicht an Landesgrenzen halt. Beim DACHL-Treffen kommen einmal jährlich die Spitzen des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmen, des österreichischen Fachverbands Bus in der WKO, der Schweizer ASTAG-Fachgruppe Car und der luxemburgischen FLEAA zusammen. Der Austragungsort wechselt zwischen den teilnehmenden Ländern. Im nächsten Jahr ist Berlin vorgesehen.

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