ÖBB Rail Cargo Group erweitert Flotte für Autotransporte

Artikel vom 2. Oktober 2026
Schienenfahrzeuge

Die ÖBB Rail Cargo Group nimmt 70 neue Autotransportwagen in Betrieb; 130 weitere sollen 2027 folgen. Die doppelstöckigen Wagen des Typs »Laaers 4371« sind auf E-Autos sowie größere Fahrzeuge ausgelegt und stärken Verkehre über Rijeka.

Foto by Klaus Listl - Freezing Motions

(Bild: ÖBB / Klaus Listl)

Die ÖBB Rail Cargo Group erweitert ihre Güterwagenflotte zunächst um 70 doppelstöckige Autotransportwagen. Für 2027 ist die Auslieferung von 130 weiteren Einheiten geplant. Insgesamt werden damit 200 neue Wagen beschafft, die in der Slowakei produziert werden. Sie sind auf die Anforderungen im Automotive-Bereich ausgelegt und sollen zusätzliche Kapazitäten für Fahrzeugimporte und -exporte, Produktionsspitzen sowie kurzfristige Marktanforderungen schaffen.

Mehr Kapazität für Automotive-Verkehre

In der Automobillogistik kommt es auf verlässliche und eng getaktete Lieferketten an. Bauteile müssen zur richtigen Zeit am Produktionsstandort eintreffen, fertig produzierte Fahrzeuge sollen planbar Kunden und Exporthäfen erreichen. Der Bahnlogistiker bewegt nach eigenen Angaben jährlich rund eine Million Fertigfahrzeuge sowie etwa 600.000 Tonnen Komponenten wie Motoren, Felgen, Türen, Karosserien und Batterien für mehr als 20 internationale Standorte.

Ein Autozug kann bis zu 256 Fahrzeuge aufnehmen und damit bis zu 37 Lkw-Fahrten ersetzen. Damit bleibt die Schiene ein relevanter Baustein für Lieferketten mit hohem Bahnanteil. Rund 60 Prozent aller Neufahrzeuge in Europa werden dem Material zufolge per Bahn transportiert.

Ausgelegt auf E-Autos und größere Fahrzeuge

Die neuen Wagen sind für schwerere und größere Fahrzeuge vorgesehen, darunter Elektroautos und SUVs. Hintergrund ist, dass diese Fahrzeuggruppen im Durchschnitt mehr Gewicht und größere Abmessungen mitbringen als viele ältere Modelle. Dadurch steigen die Anforderungen an die eingesetzten Transportwagen ebenso wie an die Organisation der Automotive-Logistik.

Die technischen Daten zum »Laaers 4371« nennen vier Achsen, ein Eigengewicht von 31,40 Tonnen und eine Länge über Puffer von 31,00 Metern. Die Ladelänge beträgt 30,07 Meter, die Ladebreite liegt zwischen 2,64 und 2,95 Metern. Die Gesamthöhe über Schienenoberkante beträgt 3,620 Meter, die Fußbodenhöhe über Schienenoberkante 0,820 Meter.

Für elektrische Fahrzeuge sowie für Batterien und Komponenten werden multimodale Tür-zu-Tür-Lösungen angeboten. Sie verbinden Produktionsstandorte, Zulieferer, Fahrzeughersteller und Logistikdienstleister und sollen die Abwicklung entlang der Lieferkette unterstützen.

Neue Route ab Rijeka

Mit der wachsenden Zahl von Fahrzeugimporten nach Europa rückt der Hafen Rijeka stärker in den Fokus. Seit August 2026 laufen dort RoRo-Schiffe aus Asien ein. Diese Roll-on/Roll-off-Schiffe sind für rollende Ladungen wie Fahrzeuge ausgelegt. Dadurch entsteht ein neuer Güterstrom für Fahrzeugimporte, insbesondere zwischen China, Rijeka und europäischen Zielmärkten.

Nach der Ankunft im Hafen müssen die Fahrzeuge per Bahn oder Straße ins europäische Hinterland weitertransportiert werden. Der neue Wagenpark soll auf diesem Korridor zusätzliche Möglichkeiten für Weitertransporte ab Rijeka schaffen. TransFER-Verbindungen nach Budapest und Belgrad binden den Hafen an das Netzwerk an und stärken seine Funktion als Tor zu Zentral- und Südosteuropa.

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