RVK schult Fahrpersonal im Wasserstoffbus für den Linienbetrieb
Betriebs- und Verkehrsmanagement
RVK setzt den ersten Fahrschulbus mit Wasserstoffantrieb in Deutschland ein. Der »Solaris Urbino 12 Hydrogen« soll angehende Fahrpersonale praxisnah auf Fahrdynamik, Rekuperation und den Betrieb von Brennstoffzellenbussen vorbereiten.

(Bild: Regionalverkehr Köln GmbH)
Die RVK nimmt einen Fahrschulbus mit Wasserstoff-Brennstoffzelle in Betrieb und erweitert damit die Ausbildung für künftige Fahrpersonale. Der Bus kommt zusätzlich zu zwei vorhandenen Fahrschulbussen mit Dieselantrieb zum Einsatz. Ziel ist es, die besonderen Eigenschaften von Wasserstoffbussen nicht nur theoretisch, sondern auch im Fahrbetrieb zu vermitteln.
Im Linienbetrieb treffen neue Fahrerinnen und Fahrer künftig auf eine große Flotte mit Wasserstoffantrieb. Wasserstoffbusse unterscheiden sich in der Fahrdynamik deutlich von Dieselbussen. Auch für eine energieeffiziente Fahrweise gelten andere Voraussetzungen. Genau diese Punkte lassen sich nun direkt in der Fahrschule üben.
Sechs zusätzliche Wasserstoffbusse
Der neue Fahrschulbus stammt aus einer Serie von fünf gebrauchten Fahrzeugen des Typs »Solaris Urbino 12 Hydrogen«. Insgesamt wächst die Flotte um sechs Wasserstoffbusse. Fünf der Fahrzeuge sollen im Linienbetrieb eingesetzt werden. Alle Busse wurden in den vergangenen Wochen auf den technischen Standard des Verkehrsunternehmens gebracht.
Für die Fahrausbildung wurde der Bus entsprechend umgebaut. Dazu gehören zusätzliche Pedale und ein Frontsitz für den Fahrlehrenden. Außerdem wurde ein Kamerasystem mit Monitoren installiert, das Außenansichten bei Fahrmanövern liefert. Auf zusätzliche Außenspiegel verzichtet das Unternehmen bewusst. Die Auszubildenden sollen den Bus so kennenlernen, wie sie ihn später im Regelbetrieb fahren.
Andere Fahrdynamik durch Dachaufbau
Ein wichtiger Ausbildungsaspekt ist das Fahrverhalten. Bei einem Wasserstoffbus befinden sich wesentliche Komponenten wie Wasserstofftank, Brennstoffzelle, Kühlanlage und Batterie zur Zwischenspeicherung von Energie im Dachaufbau. Das ist aus Sicherheitsgründen notwendig und verlagert den Schwerpunkt des Fahrzeugs nach oben.
Diese Bauweise wirkt sich auf Kurvenfahrten und Bremsmanöver aus. Fahrpersonale müssen deshalb ein anderes Gefühl für das Fahrzeug entwickeln als bei Dieselbussen. Auch der Umgang mit dem Bremspedal unterscheidet sich: Während beim Dieselbus möglichst wenig gebremst werden soll, um den Verbrauch beim anschließenden Beschleunigen gering zu halten, kann Bremsen beim Wasserstoffbus zur Energieeffizienz beitragen.
Rekuperation wird praktisch erfahrbar
Der von der Brennstoffzelle erzeugte Strom treibt einen Elektromotor an. Dieser kann über Rekuperation Bremsenergie zurückspeisen und in der Pufferbatterie zwischenspeichern. Die Zusammenhänge zwischen Fahrweise, Bremsverhalten und Energiehaushalt lassen sich damit im Schulungsbetrieb praktisch nachvollziehen.
Der neue Bus wurde bereits für Fahrstunden genutzt. Am 13. Oktober fand zudem die erste Fahrprüfung mit dem Fahrzeug statt. Der Fahrschüler bestand die Prüfung und ist nun Teil des Fahrpersonals des Verkehrsunternehmens.
Auch optisch wurden alle drei Fahrschulbusse überarbeitet. Auf dem Heck spricht der neue Slogan »Nicht nur mitfahren. Selbst fahren.« Interessierte direkt an. Die Gestaltung orientiert sich am aktuellen Corporate Design. Auf den Seiten zeigt eine stilisierte Karte das Verkehrsgebiet. Der technisch und optisch aufbereitete Wasserstoffbus ist ab sofort im täglichen Einsatz der Fahrschule.


